Almansor. 15
Don Enrique ( neugierig und schmeichelnd). Ach, Ihr habt
So vieles schon für mich gethan —Alh. Ich nichts,
Nur, nur von Donna Clara hing es ab,
Ob sie die Hand Euch reichen wollt'.
Don Enrique. Nein, Tenor,
Nur Eure Stimme, die des Vaters, galt.
Al>>. Wohl hatt' ich Gründe, Claras Hand Euch nichtZu geben. Doch ich hatte nicht das Recht.
Denn wisset: ClaraS Vater bin ich nicht.
Don Enrique ( lleiulain). Ihr Vater nicht?
A l q ( lächelnd). Seid ohne Sorge, Tenor.
Urkundlich und durch Testamentes KraftHab' ich sie anerkannt als eigne Tochter.
Jetzt, Tenor, seht Ihr wohl, warum nur ClaraVerfügen konnte über ihre Hand.
Doch merkt's Euch, niemand hier, sie selber nicht,
Kennt dies Geheimnis.
Don Enrique. Senor, staunen muß ich —
Ali). Mitteilen aber muh ich's Euch, dein Brttnt'gam.
Doch erst gelobt mir, daß Ihr es verschweigt.
Sogar vor Eurer Braut, damit ich ihrDen großen Schmerz erspare, und die Ruh'
Ans ihrem süßen Herzchen nicht verscheuche.
Don Enrique (giedt ihm den Handschlag).
Mit meinem Ritterwort gelob' ich Schweigen.
Alis. Ihr wißt, ich hieß nicht immer Don Gonzalvo.Don Enrique. Nicht minder schön und herrlich war der Name,
Den jedermann Euch gab, dem guten Aly.
Al>>. Ja, ja! den guten Aly nannt' man mich!
Doch Hütt' man mich mit besserin Recht genannt:
Den Glücklichen. Denn Aly war einst glücklich,
Durch Freundschaft und durch Liebe.
Einen Freund,Den seltensten der Schätze, gab mir Gott.
Und auch eiir Weib, ein Weib, so schön, so mild —
Nein, Sünde ist es, sie ein Weib zu nennen —
Ein Engel lag an meinem scl'gen Herzen;
Und auch noch Vatcrfreuden sollt' ich fühlen.
Mein holdes Weib gebar mir einen Knaben;
Sie selber aber wurde bleich und bleicher, —
Und starb.
Da goß der Freund mir Trost inS Herz,
Und da sein Weib, just zu derselben Zeit,