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2 (1827)
Entstehung
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219
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Der mosaische Segenswunsch.

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Licht des göttlichen Worts alleine thun. Nicht, daß wir darumkeine gute Wercke thun sollen, oder verrucht dahin leben, sondernwir sollen uns in guten Wercken üben und doch wissen, daß einfröhlich Gewissen keines andern Wegs herkomme, denn wo Gottsein Angesicht über uns leuchten lasset, das ist durch Vergebungder Sünde, aus lauter Gnade und Barmhertzigkeit, darzu auchweder predigen oder bekennen, noch ein einiges recht ChristlichesWerck oder Wort anzusahen vermögen, geschweige denn zu vollen-den, wo er uns nicht gnadig ist, das ist, wo er uns nicht gna-diglich mit seinen Gaben begnadet, starcket und treibet.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dirFriede."

Das dritte Stück betrifft auch das geistliche Wesen und dieSeele, und ist ein Wunsch des Trostes und endlichen Sieges un-ter dem Creutz, Tod, Teufel und aller höllischen Pforten, sammtder Welt und übrigen bösen Lüste unsers Fleisches. Denn ob eruns wol gnadig worden ist, die Sünde vergeben hat und mit sei-nem Geiste gezieret, so haben wir gleichwol noch vor uns, ja,liegen stets im Kampfe wider den Teufel und übrige Sünden.

Denn auch der Teufel, wenn er gewahr wird, daß wir Got-tes gnadiges Wort haben, und aus seinem Reiche gerissen sindund Gottes Kinder worden, so wird er auch toll und thöricht undhetzet an uns der Welt Gewalt mit Schwerdt, Feuer u. s. w.,darzu der Welt Weisheit mit Ketzerey und Irrthum mannichfaltig-lich, auch der Welt Heiligkeit durch falsche Brüder und Heuchler,daß es wol noth ist, nicht allein ansahen uns zu erleuchten undden Geist zu geben, oder wie St. Paulus Röm. 8, 23. saget,die Erstlinge des Geistes, sondern über uns anhalte, daß wir dieFülle des Geistes und endlich gantzen Sieg erlangen. Dennnicht, wer da ansähet, sondern, wer da beharret, wird selig wer-den. Matth. 24, 13.

Und hier müssen wir abermal Ebraisch reden lernen; dennes lautet auf Deutsch nichts, wenn ich spreche: Der Herr er-hebe sein Angesicht über dich. Und man kann es doch nicht wohlDeutsch geben. Denn die Meynung soll die seyn: Wenn Gottsein Angesicht über uns erleuchten oder scheinen lasset, so machendoch die Anfechtung und Verfolgung des Teufels, der Welt undunsers Fleisches ein solch Ungewitter in unfern Hertzen, daß unsdüncket, das liebe Licht des theuren göttlichen Worts wolle unter-gehen und uns im Finstern lassen.

Gleich als wenn die Sonne wol hübsch und fein aufgehet,