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Der mosaische Segenswunsch.
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„Der Herr erleuchte sein Angesicht über dir und sey dirgnädig."
Das andere Stück betrifft das geistliche Wesen und dieSeele; denn solches Segens ist das Vieh und Guter nicht em-pfanglich, sondern bleiben in dem ersten Stück, da sie mit uns,dem Leibe nach, den gemeinen Segen haben.
Und hier müssen wir Ebräisch lernen und der Sprache ge-wöhnen. Denn es lautet im Deutschen gar nichts, wenn ichspreche: Gott erleuchte sein Angesicht über dir. Und ist dochnicht wohl anders zu geben, noch zu verdeutschen, und müssen esalso Ebraisch nachreden und bleiben lassen. Und ist auf Deutschso viel gesagt: Gott der Herr erzeige sich dir freundlich und tröst-lich, sehe dich nicht sauer an, noch zornig, erschrecke dein Hertznicht, sondern lache dich fröhlich und vaterlich an, daß du fröh-lich und getrost von ihm werdest, und eine freudige, hertzliche Zu-versicht zu ihm habest. Welches geschieht, so er unsere Sündeuns vergiebt und nicht mit uns rechnet, sondern durch sein Wortund Geist unser betrübtes, blödes Gewissen los spricht, daß un-ser Hertz fühlen könne, wie Gott unsere Sünde nicht wolle an-sehen und hinfort immerdar gnadig, freundlich, tröstlich und sanftegegen uns seyn.
Gleichwie die liebe Sonne, wenn sie aufgehet und ihrenreichen Schein und mildes Licht in alle Welt streuet, so thut sienicht anders, denn daß sie ihr Angesicht über alle Welt erleuchtet;das ist, sie scheinet helle und fröhlich und erfreuet nicht alleine dieMenschen, sondern Thiers, Vögel u. s. w., und alles, was imHimmel und auf Erden ist, machet sie lichte und gleich als neugeschaffen. Wenn sie aber ihr klares, lieblich Angesicht verbirgst,oder untergehet, so stehet alles Ding sauer, betrübt, finster,schwartz, als wäre es todt und in der Hölle.
Also sollt du hier den Text des Segens auch verstehen. WennGott sein Wort giebt, so lässet er sein Angesicht fröhlich undhelle über alle Gewissen scheinen und machet sie damit fröhlich,keck, licht und als gar neue Hertzen und neue Menschen. Dennes bringet Vergebung der Sünden und zeiget Gott als einengnadigen, barmhertzigen Vater an, welchen unser Leid und Be-trübniß jammert und erbarmet. Wenn er aber sein Wort weg-nimmt, da verbirgst er sein Angesicht, da wird es denn finster,schwartz, betrübt, Jammer und Leid im Gewissen, da fühlet maneitel Zorn und keine Gnade.
So wünschet nun dieser Segen, wenn ich es Deutsch aus-