208 Bon den zehn Geboten.
und Stärcke des Fleisches, aber auferstanden durch Starcke desGeistes.
Dies sind die Gebeine, die allhier in dem geistlichen Ver-stände bedeutet werden, als daß man den Herrn Christum nichthat unterdrücken können, wiewol er sehr schwach gewesen und ge-storben, wie ein anderer Mensch, Es. 6, 3. 6. Also werden all-hier zusammen gesetzet die leiblichen und geistlichen Beine, das ist,das Osterlamm Christus, welchen jenes Osterlamm bedeutet hat,wird also sterben, daß er dennoch ewig bleibe. Und wird allhierder Tod und Auferstehung des Herrn Christi bedeutet; denn seineGebein- sind nicht zerbrochen worden.
Von den zehn Geboten.
Das erste Gebor.
Du sollt nicht andere Götter haben.
Einen Gott haben, das ist, einen haben, zu dem er sichverstehet, in allem Guten gefördert, in allem Bösen geholfenwerden; das will der einige wahre Gott selbst seyn, und ist esauch.
Das andere Gebor.
Du sollt den Namen Gottes, deines Herrn, nicht unnütze
anziehen.
Denn Gottes Namen sind auch diese: Wahrheit, Weisheit,Gütigkeit, Kraft, und alles Guten Name ist sein Name; diesoll ihm niemand selbst zuschreiben.
Das dritte Gebor.
Du sollt den Feyertag heiligen.
Die beste Feyer ist, daß die Seele mit allem Thun desselbi-gen Tages deß gewarte, der da erfüllet die Hungerigen und Ledi-gen mit Gütern, Luca 1, 63. Denn Feyer, das heißt, ledigsenn. ,