?l)6 Won der Einsetzung des Osterlamms w.
Weib, ein Fremdling und Unbeschnittener, nicht sollen vom Oster-lammlein essen, sondern alleine die Kinder Israel. Dieses ist einWerck und Gebot, das nicht die Menschen gethan haben, undbedeutet, es könne niemand das Osterlammlein recht essen, er seydenn ein Glied Christi und ein Bürger der Christlichen Kirche,Eph. 2, 19.; denn es geschiehst durch den Heiligen Geist, undnicht durch unsere guten Wercke.
Also ist es auch; wenn gleich im Christenthume viel sich zurKirche versammle» und alle Christen genennet werden, sind un-ter den Christen, haben den Schein und Werck, empfahen dasSacrament des Altars, werden getauft, und stecken doch in Un-glauben und gottlosem, sündlichem Wesen, so sind es falscheChristen und Miethlinge, Matth. 7, 15. Es sey denn, daß sieweiter kommen, sonst bleiben sie unsere Hausgenossen und gemes-sen des Osterlämmleins nicht. Denn sie sind nur mit dem Na-men, Schein und ausserlichen Wandel Christi; aber inwendigund im Grunde ist nichts dahinter. Darum so muß ein jegli-cher Christum in sich bilden und Christlich werden, sich gantz undgar erneuern, sonst wird er im Neuen Testamente nicht könnenvon diesem Osterlammlein essen.
Zum vier und zwanzigsten: so soll ein jeglich Haus nur eineinig Osterlammlein haben. Dies Gebot traf das leibliche Oster-lammlein an, da mußte man also thun, daß ein jeglich Hausnur ein Osterlammlein schlachtete. Aber Gott spricht: Ich willes mit meinem geistlichen Osterlammlein also machen, daß alleWelt nur ein einig Osterlammlein haben soll. Denn zuvor assenalle Welt nicht ein Osterlammlein alleine, sondern ein jeglicherHausvater hatte für sich ein Osterlamm. Darum wird durch daseinige Osterlamm in einem jeglichen Hause bedeutet, daß in derChristenheit alleine der einige Christus soll regieren, sonst soll allesandere ausgeschlagen werden, Ap. Gesch. 4. 12., das ist, allhiergilt alleine der eintrachtige Sinn und Verstand von Christo, aufdaß nicht Rotten und Secten unter uns gemachet würden, undman Trennung anrichte, wie denn bey den Corinthern, 1. Cor.1, 12., geschähe, da ein Theil sagte, ich bin Apollisch, der anderewar Petrisch, der dritte Paulisch, sondern Christen seyn mögen,die alle einen Mund, Sinn und Verstand hatten.
Zum fünf und zwanzigsten, daß sie mußten das Osterlammnicht ausserhalb ihres Hauses essen-, das ist, dies Osterlamm sollnicht unter Unreinen gegessen werden. Und gehet solches widerdie Ketzer und falschen Propheten, die Christum heraus ziehen;