Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
205
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Von der Einsetzung des Osterlamms w. 205

noch gesessen, als waren sie zur Hochzeit geladen, sondern dieda auf und davon wollten.

Solches bedeutet der Christen Hoffnung. Denn die an Chri-stum glauben, die wissen, daß es mit diesem Leben muß aus seyn,und wir allhier keine bleibende Statt haben, Hebr. 13, 14. Csgilt allhier nicht, sich niedersetzen, sondern kurtzum stehen, Eph.6, 14., das ist, die das Evangelium hören und Christum erken-nen, die haben keine Ursach, allhier zu bleiben, sondern sie ge-dencken fort und wollen sich davon in ein ander Land machen;da gilt es auch hin. Gleichwie die Kinder Israel aus Egypteneileten nach dem gelobten Lande, also sollen die Glaubigen ausdiesem Leben nach einem andern und ewigen Leben gedencken.Darum so schmecket einem Christen dies Leben nicht, er geden-cket mehr dort hin, denn zu diesem weltlichen Leben, Col. 3, 1.Aber der alte Adam wehret sich hart, und diese bittere Salsenwill ihm nicht schmecken; jedoch der Glaube muß fort. Denn indiesem Leben ist anders nichts, denn Sünde, Plage, Unglück;so klebet das Fleisch und der Teufel uns noch am Halse; so stra-fet Gott auch die Sünde in dieser Welt, Pf. 90, 5. Aber wiekomme ich aus diesem Leben? Denn, wer anbeißt an die Wol-lust dieser Welt, der will es nicht gerne entbehren; aber wer anChristum glaubet und den Heiligen Geist hat, der verachtet denndies Leben:c.

Das ist die Auslegung des Osterlammleins, welches GottMosi befohlen, daß die Kinder Israel essen sollten. Solch lieblichOsterlammlein, das so lange Zeit zuvor geordnet gewesen, ist nuneingestellet bey uns, die wir das Evangelium und Christum habenund von dem wahrhaftigen Osterlammlein, so da Christus ist, essen,trincken und ernähret werden. In diesem Glauben haben die Kin-der Israel auch das Osterlammlein gegessen und sind in diesemGlauben selig worden, alleine, daß sie eine Decke vor den Augengehabt, und es ihnen etwas dunckel und verborgen gewesen ist,und nur das ausserliche, leibliche Lammlein gesehen haben. Aberdieweil sie Gottes Wort gehabt, so haben sie Christum auch er-kannt und bey dem Osterlammlein sich seiner Wohlthat erinnertund getröstet, und in diesem unsern Glauben gestanden und seligworden. Rom. 1, 2. Eph. 4, 5.

Nun folgen am Ende noch etliche Stücke, als zum dreyund zwanzigsten, daß kein Fremdling, noch Miethling, oder Haus-genoß, von dem Osterlammlein essen sollte.

Allhier wird geboten, daß ein auslandischer Mann oder