Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
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201
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Bon der Einsetzung des Osterlamms zc. 201

daß wir den Glauben rein und unverfälscht behalten und uns hü-ten sollen vor allen Zusatzlein und Menschenfündlein; denn Sau-erteig ist gleich als ein Zusatz.

Zum fünfzehnten, so soll man es mit bittern Salsen essen.Denn es schmecket wohl, wenn ein wenig Essig darbey ist, dasgiebt die Natur, daß bittere Salsen und sauer Kraut nebengutem Gebratens wohl schmecke. Aber es bedeutet, daß manden alten Adam creutzigen soll, dem soll es sauer werden. DerGlaube richtet das Hertz auf, machet es starck und getrost inChristo, der für uns gestorben und in den Tod gegeben ist. Dar-auf gehöret und soll folgen, daß der alte Adam nach dem ausser-lichen Menschen muß gepantzerfeget werden, Gal. Z, 1Z. 16. 17.Sauerkrautlein muß darbey seyn, das Gewissen muß angegriffenund getroffen werden. Denn das Evangelium ist nicht eine Pre-digt für grobe, rohe, wüste Sünder, die ohne einige Andachtleben, sondern ist ein Trost für die betrübten Seelen, Matth. 11,28. Denn es ist eine zarte Speise, die will eine hungrige Seelehaben.

Zum sechszehnten, so soll man das Osterlammlein nichtroh essen, noch mit Wasser gesotten, sondern nur am Feuergebraten.

Mit Wasser kochen ist, mit der Vernunft anzünden, da dasFeuer nicht zum Lamme kommet, noch die Kalte des Wasserswarmen möge; die Hitze wird vielmehr durch das Wasser einge-trieben. Wasser Heisset ein solcher Dünckel und Meynung, daman meynet, man kenne Christum, und ist doch falsch. Sondernalso soll es seyn- Ich höre das Evangelium wol, und es düncketmich, ich verstehe es; aber ich traue nicht darauf, sondern ichbitte Gott, daß er mir Glauben gebe auf sein Wort, Luca 17,Z., welches der rechte und nicht erdichtete Glaube ist.

Ich habe ihn im Traume nicht erdichtet, sondern der HeiligeGeist hat ihn rechtschaffen gemacht in meinem Hertzen, ohnemeine Kräfte, durch das Wort, das geprediget wird. Solch Feuerzündet er selbst an, Luca 12, 49., und erleuchtet mein Hertz miteinem neuen Lichte und Brunst, daß ich mitten im Tode desHerrn Christi nicht vergesse.

Der wasserige oder der falsche Glaube verschwindet. Gleich-wie ein Bildniß aus einem Spiegel verschwindet, also halt dieserGlaube den Puff und Stich nicht; sondern der feurige Glaube,den der Heilige Geist anzündet, derselbige bestehet, ob er wolgleich zuweilen erschrecket und betrübet wird. Denn da ist noch