Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

200 Won der Einsetzung des Osterlamms ec.

Zum dreyzehnten spricht er: in der selbigen Nacht. Wennich recht an Christum glaube, mein Hertz und Seele sich nähretdeß, daß er seinen Leib für mich gegeben hat, und zweifele nichtdaran, denn so wird es Nacht, ich habe denn nichts mehr in derweiten Welt, Phil, 1, 21., Gal. 2, 20., mein Leben ist in Christoverborgen, und wir sind der Welt abgestorben, wie St. Pauluszu den Colossern 3, 3. saget.

Derohalben ist die Welt einem Christen eine lautere Nachtund Finsterniß, welches der Glaube machet, welcher alleine andem Blute Jesu Christi hanget und sonst nichts anstehet nochachtet.

Zum vierzehnten, so zeiget Moses oft und viel an, daß mandas Osterlämmlein soll mit ungesäuertem Brode essen, oder süsseBrod darzu gebrauchen, da kein Sauerteig darzu gekommen sey,und acht Tage lang solche süsse Brode essen. Was dieses bedeu-tet, das leget der Herr Christus selber aus im Evangelio Matth.16, 11., da er spricht:Hütet euch vor dem Sauerteige derPharisäer." Denn dieselbigen ihre Menschensatzungen höher hiel-ten, denn Gottes Gebot, Huben Gottes Gebot auf, daß nur ihreAussatze blieben. Diese ihre heuchlerische Lehre Heisset der HerrSauerteig, damit die Schälcke, die Pharisäer, das Volck ver-führeten. So wird nun mit den süssen Breden angezeiget, daßman den Klauben rein behalten solle, denn er kann keinen Zusatzleiden. Man soll Menschenlehre nicht drein mengen, denn derGlaube leidet es nicht.

Eben dasselbige wird auch 1. Cor. 5, 7. gesaget:Feget ausden alten Sauerteig." So ist nun Sauerteig, falsche Lehre undein böses, ärgerlich Leben und Exempel. Denn ein räudig Schafstecket sonst gerne eine gantze Heerde an, und die flechtendenSeuchen machen auch andere Leute kranck. Darum dies Wort,Sauerteig, begreiffet allhier die Lehre, wiewol auch ofte das Le-ben damit verstanden wird. So sollen wir nun den Glauben alsofassen, daß wir Christum, das Lämmlein, einnehmen, damitunser Gewissen rein, lauter und schlecht alleine an Christo hangeund bleibe. Aber das gehet gar schwer zu und wird denen sauer,die mit Gesetzen gefangen gehalten werden. Darum muß manalleine blos im Glauben leben. Der Glaube bringet uns zu dasLeiden und Sterben unsers lieben Herrn Jesu Christi. Sonstwill unsere Natur Ceremonien und allerley verdienstliche Werckeanrichten, darauf das Gewissen sich steuret und verlassen soll;aber das ist Sauerteig. So will nun Moses uns ermuntern,