498 Von der Einsetzung des Osterlamms :c.
Darum gefallet mein Werck Gott wohl; denn also sollen alleWercke eines Christen eingelegt und gefasset werden in das BlutChristi, auf daß sie angenehm und Gott wohlgefällig waren.
Denn das Blut Christi schützet mich zur rechten Hand widerdie Anfechtung der Güter, wenn es einem wohl gehet, item zurlincken Seiten, wenn der Satan mich anficht mit VerfolgungLeibes, Gutes und Ehre. Zur rechten Hand, wenn er uns an-ficht mit Schein und List, als da geschiehst mit den Rottengei-stern. Auf der lincken Seiten, wenn er einherplatzet und streichetmit Verfolgung, Aengstigung, Schwermuth und anderen, damiter uns linckwerts zusetzet, wie denn Psalm 91, 7. saget: Obgleich tausend fallen zu deiner Seiten, und zehen tausend zu dei-ner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.
Da sollen nun die Prediger wachen, wehren und predigen.Wenn du in Anfechtung liegest, daß sie dich vermahnen, an dasBlut Christi zu dencken und dich deß zu trösten, damit du wissest,daß es Gott gefalle. Das muß man fleissig immerdar predigen,ob irgends falsche Propheten möchten aufstehen, daß man allezeitbey dem Blute Christi bleibe und dazwischen gehe, daß unserWandel gefasset sey in dem Blute Christi, es lebe oder sterbeeiner, oder es gehe ihm sonst süsse oder sauer. Dieses soll dasPredigtamt treiben, Es. 30, 8. 21. Ezech. 33, 2.
Nun kömmt er darauf, wie man das Osterlämmlein essensoll. Bisher hat er vom Blute des Osterlammleins gesaget, wieman es nehmen und die oberste Schwelle damit besprengen undbestreichen soll, welches anders nichts ist, denn wie man predige,verkündige, abmale und zu erkennen gebe, wer Christus sey.Der Glaube ist das Essen, der uns erhalt und starcket. Gleich-wie der Bauch, wenn er isset, trincket, Speise zu sich nimmet,schluckt er es in sich und giebet es wieder an den Ort, da es ver-kehret wird in Blut, daß die Speise des Leibes Nahrung wird:also isset der Mensch auch geistlich, wenn er verschlinget Christum,bringet in sich Christum, und Christus nähret ihn.
Darum so ist dasselbe Essen anders nicht, denn der wahr-haftige rechte Glaube des Hertzens. Wenn du mit rechtem Glau-ben annimmest Christum, und wissest, daß er sein Blut für dichvergossen habe, und daß dich solches in Creutz und Noth tröstetund stärcket, dieweil du es ohne alles Wancken des Hertzen glau-best: also issest du (Aristum und er kömmt in dich, daß ihr geist-licher Weise ein Ding werdet, und einerley Witten, Weisheit,Klugheit, Stärcke und Gewinn, daß man ein neuer Mensch werde,