Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
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190
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190 Von der Einsetzung des Osterlamms :c,

krönet, zum Tode verurtheilet, gecreutziget und getödtet, und alsorecht geopffert worden.

So mußte nun ein jeder in seinem Hause ein Lammleinschlachten, wie man sonst pfleget einem Lammlein den Hals ab-zustechen, und liefsen es braten, wie ihr denn hören werdet.

Dies Osterlammlein essen gehet nun auf den Herrn Chri-stum, mit dem trifft es alles so lustig überein, daß es Wunderist. Sonst gehet es uns nicht viel an, wie die Jüden haben dasOsterlammlein gegessen. Sie mußten mit des Lammleins Blutdie Pfosten bestreichen, darzu sie ein Büschlein Jsops gebrauch-ten, wie der Prophet David solches berühret im Psalm 51, 19,da er spricht: „Besprenge mich, Herr, mit Jsop," und mußteein jegliches Haus also beschmieret seyn am vierzehnten Tagedesselbigen Monats. Darnach mußte man bey dem gebratenenLammlein Oblaten essen, und bey dem Gebratniß Salsen oderbittere Lactucken haben. Item, sie mußten gegürtet stehen, als'die, so wegefertig waren, die sich trollen und die Nacht davonziehen wollten, als die alle Stunden bereit waren, aus dem Landzu gehen, oder die da auf seyn wollten und davon reisen.

Er wollte nicht ein solch Mahl anrichten, da man sich tollund voll fressen und sauffen sollte, sondern dabey man wackerund frisch auf wäre, Rom. 13, 13. Er wollte nicht ein köstlichMahl anrichten, sondern es sollte ein Zeichen und Bedeutungseyn, damit Gott sie üben und behalten wollte im wahrhaftigenGottesdienst, auf daß sie nicht den heydnischen Abgöttern diene-ten. Denn es soll des Herrn Gang Passa heissen, das Oster-lamm, oder der Ostertag.

Aber warum wird das Osterlamm ein Gang genennet, oderein Uebergang, und das Fest auch ein Gang geheissen? DerName ist daher gekommen, daß in dieser Nacht Gott durch gantzEgypten gegangen ist und alle Erstgeburt todtgeschlagen hat.

Wohlan, das sind die Ceremonien, Weise, Sitten und Ge-berde, die man gehalten hat über dem Osterlamm, daß sie die-selbige Nacht mußten zu Hause bleiben, und die Thüren zuthunund sich nicht haben mercken lassen, daß sie daheim waren. Siemußten in einem Hause essen und nichts überbleiben lassen, allesaufessen oder verbrennen, item, kein Bein an ihm brechen. KeinFremder oder Gekaufter, noch Hausgenoß und Miethling mußtedavon essen. Das war die Weise der Jüden, also mußten siesich schicken, das Osterlammlein zu essen. Wenn ein Gast in derHerberge lag, oder ein fremder Landsaß, der da nicht einheimisch