lichkeit u. s. w. Wir schließen auch, daß die allerbesten Gedan-cken von Gott, von Gottes Willen, vom Gottesdienst die aller-tiefesten Finsternisse seyn.
Denn das Licht der Vernunft, welches dem Menschen alleingegeben ist, verstehet nicht mehr, denn was dem Leibe gut istund wohl thut. Dieses ist aber die verderbte Lust-Liebe.
Darum soll man diesen Spruch nicht schlechthin verstehen,wie er von Juden und Sophisten verstanden wird, die da mey-nen, er rede nur von dem unteren Theil des Menschen, welcherviehisch ist, die Vernunft aber treibe und sey geneiget zum besten,ziehen also das Dichten und Trachten nur auf die andere Tafel,wie der Pharisäer, der den Zöllner verdammet und spricht, ersey nicht, wie die andern, Luc. 18, l l. Derselbe redet gute Worte,denn er dancket Gott, welches nicht böse ist; wir aber sagen, daßauch dasselbe böse und gottlos ist, denn es kömmt am allergewis-seften davon her, da keine Erkenntniß Gottes ist, und ist eigent-lich ein Gebet, das zur Sünde wird, und weder zu Gottes Ehre,noch zu des Menschen Seligkeit dienet.
„Ä5er Menschenblut vergeußt, deß Blut soll auch durch Men-schen vergossen werden."
Hier ordnet der Herr ein neu Gesetz und will, daß dieTodt-schlager von Menschen wieder sollen erschlagen werden, welchesbisher in der Welt nicht gebrauchlich gewesen war. Denn eshatte ihm Gott selbst alles Gericht vorgenommen und vorbehal-ten. Da er derohalben nun sähe, daß die Welt von Tag zu Tagarger ward, hat er endlich die gottlose Welt gestrafet mit derSündfluth.
Hier aber theilet er seine Gewalt auch dem Menschen mit,dem er Gewalt giebet über Leben und Tod unter den Menschen,doch also, daß einer Schuld hatte an vergossenem Blut. Denn,wer nicht das Recht hat, einen Menschen zu tödten, und tobtetihn gleichwol, den unterwirfst Gott nicht allein seinem Gericht,II. 4
Bon der allgemeinen Verderbtheit der Menschen.