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2 (1827)
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47
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Von der allgemeinen Verderbtheit der Menschen. 47

der andern. Wenn aber das auch darzu kömmt, daß er diereine Lehre nicht dulden kann, und das Wort des Heyls von sichschlaget und dem Heiligen Geist widerstehet: so wird er durchHülse des freyen Willens auch ein Feind Gottes, lästert denHeiligen Geist und folget schlecht den bösen Lüsten und Natzun-gen seines Hertzens, wie da bezeugen der Jüden Exempel unterden Propheten, Christo und den Aposteln, das Exempel der er-sten Welt unter dem Lehrer Noah, item das Exempel unsererWidersacher jetziger Zeit, die man auf keine Weise kann überre-den, daß sie sündigen, irren und falsche Gottesdienste haben.

So beweisen solches andere Sprüche in der Heil. Schriftauch. Denn redet der 14. Psalm v. 2. nicht insgemein genug-sam, da er spricht: Der Herr schauet vom Himmel auf die Men-schen-Kinder, daß er sähe, ob jemand klug sey und nach Gottfraget; aber sie sind alle abgewichen w. Und zeucht diesen PsalmPaulus an in der Epistel zu den Römern Cap. 3, 10, itemPsalm 116, 11: Alle Menschen sind Lügner; und Paulus Röm.11, 32: Gott hat alles beschlossen unter die Sünde. DieseSprüche lauten alle insgemein und schliessen gewaltig für uns,daß der Mensch ohne den Heiligen Geist, welchen Christus alleinegibet, nichts anders vermag, denn irren und sündigen. Darumsaget Christus im Evangelio Joh. 15, 5: Ich bin der Weinstockund ihr sepd die Reben, ohne mich könnet ihr nichts thun, son-dern ihr seyd ohne mich, wie eine abgeworfene dürre und todteRebe, die zum Feuer bereitet ist.

Und das ist auch die Ursache, warum des Heiligen GeistesAmt sey, die Welt zu strafen, Joh. 16, 8. nemlich darum, daßer die Welt beruffe zur Busse und Erkenntniß dieser Unart. DieWelt aber bleibet und thut, wie sie lange gethan hat; wenn sieschon durch Gottes Wort vermahnet wird, höret sie doch nicht,sondern meynet, Gott werde sich lassen gefallen die Gottesdienste,welche sie sich erwählet hat, wiewol ohne Gottes Wort, und vondieser Meynung ist sie nicht zu bringen.

Darum muß man im Hertzen steif darauf bestehen und dieseLehere veste halten, die uns unsere Sünde und Verdammnißvorhält. Denn ein solch Erkenntniß der Sünden ist der Anfangunsers Heyls, daß wir schlecht an uns selbst gantz und gar ver-zagen und Gott allein geben die Ehre der Gerechtigkeit. Denn,warum klaget Paulus sonst so sehr, Röm. 7, 18. und bekennetfrey heraus, daß nichts Gutes an ihm sey, und saget furnemlich:m meinem Fleische? Daß wir verstehen, daß unsere Unart und