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2 (1827)
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Von der allgemeinen Verderbtheit der Menschen.

1. B. Mos. 6, 5.

dieses ist der Text, den wir geführet haben wider den freyenWillen, davon Augustinus schreibet, daß er, ohne Gnade oderden Heiligen Geist, zu nichts anders dienet, denn zu sündigen.Es werden aber die Schul-Lehrer, die des freyen Willens Pa-tronen seyn, vor den Kopf geflossen und haben sich viel zu be-mühen, nicht allein dieses sehr klaren Textes halben, sondernauch um dieses Spruches St. Augustini willen, von dem sie sa-gen, daß er ll/xertzvlico rede; und wie Basilius schreibet, daßeiner, der in Widerlegung seines Gegenparts zu weit gekommenwar, gethan habe, wie die Bauern thun, welche, wenn sie wol-len, daß das junge Holtz gerade wachsen soll, beugen sie es etwasviel nach der andern Seite: so, sagen sie, habe Augustinus inder Widerlegung der Pelagianer, darinnen er die Gnade rühmet,auch etwas harter wider den srepen Willen geredet, denn billiggewesen sey.

Was aber diesen Text belanget, cavilliren sie ihn also, daßer allein rede von dem argen Geschlecht vor der Sündfluth. Dennjetzund waren die Leute besser, und wo nicht alle, so waren esdoch etliche, die den freyen Willen recht gebrauchet?». Das sehenaber die elenden Leute nicht, daß der Text insgemein redet vondes Menschen Hertz, und fürnemlich darbey stehet das Wörtlein:alleine.

Zum dritten sehen sie das auch nicht, daß nach der Sünd-fluth dieser Spruch fast eben mit denen Worten, wie er hierstehet, wiederholet wird unten im achten Capitel, v. 21. da Gottsaget: Das Dichten des menschlichen Hertzens ist bösevon Jugend ans, da er denn wahrlich nicht allein von denenredet, die vor der Sündfluth gewesen seyn, sondern auch vondenen, welchen er verheisset, er wolle sie hinfort mit der Sünd-fluth nicht mehr verderben, das ist, vom gantzen nachkommendenGeschlecht Noah. Denn dieses seyn Worte, die insgemein ge-redet seyn: Das Dichten des menschlichen Hertzens ist böse.

Darum schließen wir insgemein, daß der Mensch ohne denHeiligen Geist und ohne die Gnade nichts thun kann, denn sün-digen, und also bis in inünitum fortgehet, von einer Sünde zu