Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
45
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als der Ursach ihres Untergangs. 45

gegangen ist, so wirst du befinden, daß sie gefehlet haben (undnärrisch gewesen fenn); Noab aber hat allein wahr gehabt.

Wo dcrohalben des Heil. Geistes Erleuchtung nicht darzukömmt, ist es unmöglich, daß ein Mensch durch bis Argumentnicht sollte überwunden werden. Denn wirst du nicht Gott zueinem unbeständigen und wanckelmüthigen machen, so du schlies-sen wirst, daß er seine Creaturen gänzlich vertilgen wolle? Unddennoch offenbaretGott solches demNoah selbst, daß er das Endenicht über einen Theil des Fleisches oder der Erde, sondern überalles Fleisch, und über die ganze Erde wolle gehen lassen. Denn,wäre es nicht schrecklich genug, wenn ein Theil der Erde, nach-dem man ihr dreie machet, mit seinem Untergang bedrauet würde?Aber über die ganze Erde und alle Menschen so grausam wüten,lasset sich ansehen, als sey es wider Gottes Ordnung und Mey-nung, der gesaget hat, es sey alles sehr gut. Darum ist dishöher, denn daß es menschliche Vernunft verstehen oder begreif-sen kann.

Welches ist aber die Ursache so eines grossen Zorns? Keineandere, denn davon hier der Text saget, daß die Welt voll Fre-vels ist. Wie ist das so eine wunderliche Ursache? Von der er-sten Tafel saget er nichts, sondern zeucht alleine die andern an.Als wollte er sagen: Von mir will ich nichts sagen, daß sie mei-nem Namen und Wort feind seyn, lästern und verfolgen; sieselbst leben untereinander in allen Schanden, da wird weder dasHausregiment, noch Policen recht bestellet; sondern es gehet allesmit Gewalt zu, durch Recht und Gesetze aber nichts. Darumwill ich beyde, die Menschen und Erde, verderben.

So sehen wir zu unserer Zeit, daß unser Herr Gott sich nochnicht mercken lässet, daß er durch den greulichen Mißbrauch mitder Masse, welcher ein schrecklicher Greul gewesen ist, und dieganze Welt gefüllet; desgleichen durch falsche Lehre und andereSünden und Laster, die man für Religion gehalten hat, erzürnetsey. Weil aber die Leute also untereinander leben, daß wederPolicey, noch Haus-Regiment recht gehet; item, weil so grosserGeitz, so mancherlei) Tücke und Unrecht so starck im Schwanggehen, so muß ja ein jeder sehen und schliessen, daß Gott Deutsch-land zu strafen, ja ganz und gar umzukehren, gedrungen undgezwungen wird.