Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
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als der Ursach ihres Untergangs.

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singet Luc. 1, 51. 52. 53: Er zerstreuet die hoffärtig seyn inihres Herzens Sinn: Er stösset die Gewaltigen von dem Stuhl:Er lasset die Reichen leer.

Solcher Exempel seyn voll alle Zeiten, alle Herren- undFürsten-Höfe, alle Lander und Leute; und dennoch haben wirvon des heiligen Teufels, des Fürsten der Welt, Gnade, so harteHerzen, daß wir uns an solches alles nicht kehren, sondern weid-lich verachten; ob wir schon sehen und fühlen, daß wir auch dar-über müssen zu Boden gehen. Darum, wohl denen, die daraufAchtung geben, und lassen sich solche Exempcl des Zorns bewe-gen, daß sie gedemüthiget werden,, und in Gottesfurcht leben.

Darum lasset uns bedencken, wie die erste Welt, die in derSündfluth umgekommen ist, ein trefflicher Ausbund gewesen ist,,und, dem Schein und Ansehen nach, die besten, heiligsten undedelsten Manner gehabt hat, dargegen wir zu rechnen seyn wiedie Hefen der Welt. Denn die Schrift saget nicht, daß sie un-ter sich selbst böse und ungerecht gewesen seyn, sondern vor Gott.Derselbe, spricht Moses, sähe, daß sie böse waren. Nun sehen aberund richten Gottes Augen viel anders, denn der Menschen Augen.Meine Wege, spricht er Esaia 55, 8. 9, seyn nicht eure Wege,sondern wie viel höher der Himmel über der Erde ist, so hochseyn meine Wege über euren Wegen, und meine Gedancken voneuren Gedancken.

Darum seyn diese Tyrannen und Riesen unter sich selbst ge-halten und angesehen worden für die allerweisesten und gerechte-sten Menschen; wie zu unserer Zeit Könige und Fürsten, Pabste,Bischöfe, Theologen, Medici, Juristen, Edelleute, obenan sitzenund groß gehalten werden, als besondere Edelgesteine und Lichterder Welt. Solche Leute seyn gewesen die Kinder Gottes in derersten Welt, nicht dem Wahn nack, sondern mit Wahrheit, alsdie da mit Tugend, und vielen herrlichen Gaben seyn gezieretgewesen. Weil sie aber unter diesen Gaben in Hoffart und Ver-achtung Gottes geratben seyn, hat sie Gott verworfen und ver-derbet, samt ihren Gaben, als waren sie die Hefen, Dreck undKoth der Menschen.

Und ist dieses zwar ein gemein Gebrechen unserer Natur.Denn dieselbe kann es nicht lassen, sie muß sich aufblasen, undihrer Gaben, die ihr von Gott gegeben seyn, überheben, wo sienicht vom heiligen Geist davon abgehalten wird. Darum habeich oft gesaget, daß ein Mensch keinen schädlicheren Feind habe,denn sich selbst. Denn das lerne und erfahre ich an mir selbst,