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Eva's Glauben an die Verheissung.
gerecht seyn, Gott vollkömmlich lieben und unfern Nächsten alsuns selbst, warten wir in diesem Leben umsonst. Wir kommenwol ein wenig hinan, aber die Sünde, die sich in allen unfernGliedmaassen gewaltig reget und uns überall anhanget, verderbetentweder, oder hindert diesen Gehorsam. Wie nun derohalbendieses unser Leben darum, daß es den Tod vor sich hat, wolmag der Tod genennet werden, so ist auch die Gerechtigkeit mitSünden gar bedecket und beladen.
Darum behalten wir in Hoffnung beyde, das Leben unddie Gerechtigkeit, welches vor unfern Augen und der Vernunftverborgene Dinge seyn, die aber zu seiner Zeit sollen offenbaretwerden. Jndeß ist unser Leben ein Leben mitten im Tod, undbleibet doch wol auch mitten im Tod die Hoffnung des Lebens, weiluns das Wort so lehret, Heisset und uns solches zusaget; wie im68. Ps. v. 2t. ein herrlicher Trost ist: Wir haben einenGott, der da hilft, und denHerrn, der vom Tod erret-tet. Diesen Titel lasset uns Gott geben, daß er nicht allein indiesem zeitlichen Leben hilft, wie auch der Teufel denen, so ihmdienen, zu Zeiten beystehet und hilft, wie der Heyden Exempelausweisen; sondern, daß er ist ein Herr, der vom Tod hilft, dasist, der die erlöset, so vom Tod überwältiget sind und bringet siein das ewige Leben. Solches thut er aber, wie hier Moses an-zeiget, mit dem, daß er der Schlange Kopf zerknirschet.
Eva 's Glauben an die Verheissung.
1. B. Mos. 4, t.
hieraus kann man auch eine andere Ursache nehmen, warumHeva den Cain nicht Sohn genennet habe, nemlich, daß sie ihnfür gar zu großer Freude und Neverentz nicht hat wollen Sohnnennen, sondern hat gedacht, er würde etwas größeres seyn, nem-lich der Mann, so der Schlangen Kops zutreten würde. Darumnennet sie ihn auch nicht schlecht einen Mann, sondern einenMann des Herrn, als welchen der Herr gemeynet hätte, da erihr zugesaget: Dein Saame soll der Schlange den Kopf zutreten.
Wiewol ihr aber diese Hoffnung gefehlet hat, so scheinetdoch hieraus, daß Heva ein heiliges Weib gewesen ist und der