Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
32
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32 Bon der ersten Verheißung.

wen. Denn aus dem Unglauben folget der Ungehorsam allerGlieder und Kräfte im Menschen; nach dem Ungehorsam folgetdie Entschuldigung und Vertheidigung der Sünden; dem Verthei-digen folget, daß der Mensch Gott anklaget und verdammet.

Und ist dieses der letzte Grad der Sünden, nemlich Gottlästern und ihm zumessen, daß die Sünde von ihm herkomme.Höher kann die Sünde, wenn sie also steiget, nicht kommen, wonicht die Hertzen durch das Vertrauen auf Gottes Barmhertzig-keit gewiesen und aufgerichtet werden.

Von der ersten Verheißung.

1 B. Mos. 3, 15.

dieses ist der Text, welcher Adam und Heva lebendig gemachetund aus dem Tod wieder zum Leben erwecket hat, welches siedurch die Sünde verloren hatten, doch also, daß sie es mehrin der Hoffnung haben, denn in der Besitzung, wie Paulusauch oft redet: »Ich sterbe, spricht er 1. Cor. 15, 31. täg-lich.« Denn wenn wir schon dies Leben, so wir hier zeitlich ha-ben, nicht wollen einen Tod heissen, so ist es doch wahrlich nichtsanders, denn ein steter Gang zum Tode. Denn, gleich wie ei-ner, den die Pestilentz vergiftet hat, so bald anhebet zu sterben,wenn er vergiftet ist, also kann dieses Leben, nachdem es durchdie Sünde vergiftet ist, eigentlich nicht mehr ein Leben heissen,um der Sünde willen und Strafe für die Sünde, welche ist derTod. Denn alsbald von Mutter-Leib an fangen wir an zu sterben.

Durch die Taufe aber werden wir zum Leben der Hoffnung,oder vielmehr zur Hoffnung des Lebens wieder gebracht.

Denn das allererst ein rechtes Leben ist, dadurch wir vorGott leben, und ehe wir zu demselben kommen, seyn wir mittenim Tod, sterben und verfaulen in der Erde, wie ein ander Aas,als wäre nirgend kein Leben mehr. Doch haben wir, die wiran Christum gläuben, diese Hoffnung, daß wir am JüngstenTage zu einem ewigen Leben wieder sollen aufgewecket werden.Also ist Adam auch durch diese Predigt des Herrn wieder erwe-cket, nicht aber zwar vollkömmlich; denn das Leben, so er verlo-ren hat, hat er noch nicht wieder gekriegt; die Hoffnung aber