Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
30
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39 Von den Folgen des Sündenfalls.

sere Natur nichts anders thun, wenn die Sünde begangen ist.Denn wir klagen alle vielmehr Gott an, denn daß wir uns vorGott für Sünder erkennen; wie Adam hier thut und saget, dieUrsach, daß er geflohen, sey gewesen des Herrn Stimme, haltalso Gott für den Urheber seiner Flucht. Dieser Sünde folgetnun eine andere. Denn, wer Gott seines Schöpffers nicht scho-net, wie sollte er der Creatur schonen? Warum wirft er Gottseine Blöße vor, als der ein schändlich Ding geschaffen habe.Denn durch die Sünde ist er dermaassen bethöret, daß er ausder Ehre der nackenden Gestalt eine Schmach und LästerungGottes seines Schöpffers machet.

So gar ist des Sündigens kein Aufhören, wenn man ein-mal vom Wort gewichen ist. Erstlich hatte er gesündiget mitUngehorsam und Unglauben; nun machet er der Sünden mehrmit Schmach und Gotteslästerung, daß er saget: Ich habe dieSchlange nicht gehöret, habe mich des Baumes nicht gelüstenlassen, da ich ihn ansähe, habe meine Hand nie ausgestrecket, dieverbotene Frucht davon zu brechen, sondern das alles hat dasWeib gethan, das du mir zugegeben hast. In Summa, Adamwill nicht erkennen, daß er gesündiget habe, sondern will rein undunschuldig seyn.

Darum gehöret dies Stück auch zu der Beschreibung derSünde und was der Sünde Art sey. Denn wenn die Verhei-ßung von der Vergebung der Sünden, oder der Glaube nicht daist, so kann ein Sünder anders nicht thun. Hätte Gott gesaget:Adam, du hast gesündiget, ich will dir aber deine Sünde scheu-chen, da hätte Adam die Sünde zum höchsten verfluchet und die-selbe demüthig und ohne falsch erkannt. Weil aber die Hoff-nung der Vergebung der Sünden noch nicht da ist, so fühlet undstehet er nichts anders, denn den Tod, darum, daß er das Gebotübertreten hat. Weil aber dafür die Natur fleucht und sichscheuet, so kann Adam zur Erkenntniß der Sünde nicht gebrachtwerden, sondern versuchet es auf alle Art, wie er die Schuld vonsich wältzen könne. So ist ein jeder Sünder seiner Strafe feind,weil er aber der Strafe feind, so hasset er auch zugleich GottesGerechtigkeit und Gott selbst, und unterstehet sich mit gantzerGewalt, Gott und alle Menschen zu bereden, daß er unschuldigleide.

Also verglimpffet hier Adam seine Sünde, daß er der Schlangenicht gehorchet, noch den Apssel abgebrochen habe. Das Weib,spricht er, das du mir zugethan hattest, hat mir gegeben von