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2 (1827)
Entstehung
Seite
28
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28 Von den Folgen des Sündenfalls.

doch unserm Verstände nach, weil er stehet, daß wir damit um-gehen, daß wir uns seinem Gesicht entziehen und vor ihm fliehenwollen. Darum, daß er saget: Wo bist du? ist eben so viel,als wenn er sagte.- Meynest du, daß ich dich nicht sehe? Denner will Adam sehen und fühlen lassen, daß der, so verborgen ist,vor Gott nicht verborgen ist, und der, so vor Gott fleucht, vorihm nicht geflohen ist.

Denn das traget sich von Natur zu in einer jeglichen Sünde,daß wir uns in narrischer Meynung bemühen zu fliehen vor demZorn Gottes, dem wir doch nicht entgehen können. Und ist dasdie höchste Thorheit, daß wir uns vielmehr gedencken zu rathenmit der Flucht von Gott, denn mit dem Wiederkehren zu ihm,und kann dennoch die sündige Natur zu Gott nicht wieder kom-men. Wie meynest du denn, wie Adam mag zu Muthe gewe-sen seyn, da er diese Stimme gehöret hat? Denn siehe, dastehet er vor dem Nichterstuhl Gottes und wird zur Strafe ge-fordert, da er narrische Hoffnung hat, er könne sich versteckenund verbergen.

Wie Adam seine Flucht narrisch hatte vorgenommen, sogiebet er hier auch narrische Antwort, so gar fehlet ihm nachder Sünde alle Weisheit und Rath. Denn er will Gott leh-ren, daß er nackend sey, der ihn doch nackend geschaffen hatte.Also machet er sich selbst zu schänden, verrath und verdammetsich mit seinem eigenen Mund. Er spricht auch, er habe desHerrn Stimme gehöret und sich gefürchtet, so er die Stimmedes Herrn doch zuvor auch gehöret hatte, da ihm verboten ward,vom Baum zu essen. Warum hatte er sich denn da auch nichtgefürchtet und verstecket? Warum stund er fröhlich und aufge-richtet, da er Gott vor Augen stehet und höret? Hier aber ent-setzet er sich vor einem rauschenden Blatt. So folget ja, daß erder Adam nicht mehr ist, der er gewesen war, sondern ist gantzverwechselt und ein anderer Mann worden, daß er sich mit einererlogenen Ursache schützen und verantworten will. Denn wiekann es wahr seyn, daß die Stimme die Ursach der Furcht ist,so er sich doch zuvor vor Gott nicht gefürchtet, sondern ihm mitLust gehöret hatte.

Darum lasset uns lernen, daß solche verkehrte Thorheit derSünde allezeit folget; nemlich, daß sich die Sünder selbst mitdem anklagen, damit sie sich entschuldigen wollen, und verrathen,indem sie sich schützen wollen, sonderlich vor Gott, wie hier Adamseine Sünde verhehlen und sich schmücken will mit dem, daß er