Won den Folgen des Sündenfalls. 25
Darum ist diese Historie gleich eine Auslegung des SpruchesPauli, da er saget Rom. 3, 20: »Durch das Gesetz kömmt»Erkenntniß der Sünde.« Denn das Gesetz thut nichts anders,denn daß es die Sünde offenbaret und lebendig machet, die vordem Erkenntniß des Gesetzes lieget als todt oder schlafend. Dennweil sie im Werck ist, ruhet sie; wenn aber das Gesetz kömmt,da werden die Augen aufgethan, daß der Mensch gedencket, wasGott geboten, und was für Strafe er über die Uebertreter ge-ordnet und beschlossen habe. Wenn das nun geschiehst, daß dasGesetz im Gewissen also herrschet und gewaltig wird, so ist dierechte Erkenntniß der Sünden da, welches ein menschlich Hertznicht kann ertragen, wo Gott nicht sonderlich halt und tröstet.Daß derohalben Moses saget, daß sie, nachdem sie den Apffelgegessen haben, sehen, daß sie nackend seyn, ist nicht vergeblich,sondern, wenn man ihm fleissig nachdencket, findet man, daßdarinnen schön und herrlich beschrieben ist die Erbgerechtigkeit.
Von den Folgen des Sündenfalls.
1 B. Mos. 3, 8 flg.
Und dies halte ich, sey der rechte Verstand dieses Textes, denner stimmet überein mit der Bedrauung Mösts, da er 3 Mos.26, 36. saget von den Strafen, so den Sünden folgen sollen,daß sich die Sünder für einem rauschenden Blatt fürchten, unddafür, als für einem Schwerdt, fliehen sollen. Denn wenn dasGewissen recht getroffen und geschrecket ist, so wird der Menschalso bedränget, daß er nicht allein nichts thun, sondern auch keineGedancken vornehmen kann; wie man saget, daß es in einerSchlacht zugehet, da die Soldaten für Furcht und Schreckennicht eine Hand regen können, sondern lassen sich den Feind da-hin würgen. Eine solche greuliche Strafe folget auf die Sünde,daß sich das Gewissen für dem Rauschen eines Blattes entsetzet,ja, daß es die allerschönste Creatur, nemlich das Licht des Tages,nicht leiden kann, durch welches wir doch von Natur erquicketwerden.
Darum stehest du hier abermal die Größe der Erbsünde, somit uns geboren und uns durch die Sünde der ersten Eltern ein-