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2 (1827)
Entstehung
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17
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Von der Versuchung. 17

gewesen ist, hat auch fertig und eigentlich gekannt alle Ereatu-ren, ist gerecht gewesen, aufrichtig, eines trefflichen Verstandesund aufrichtigen, aber doch eines unvollkommenen Willens. Denndie Vollkommenheit ward gesparet nach dem natürlichen Lebenin das geistliche.

Von der Versuchung.

1 B. Mos. 3.

c>Hm nächsten Capitel haben wir gehöret, wie der Mensch amsechsten Tag geschassen sey nach Gottes Bild und Gleichheit, daßsein Wille gut und rein seyn sollte, darnach, daß auch die Ver-nunft oder der Verstand gesund wäre, auf daß, was Gott wollteoder sagte, dasselbe der Mensch auch wollte, glaubete und ver-stünde. Einem solchen reinen und vollkommenen Erkenntnißhat nothwendig gefolget das Erkenntniß aller andern Ereaturen;denn wo Gottes Erkenntniß vollkommen ist, da muß auch voll-kommen seyn das Erkenntniß anderer Dinge, so unter Gott seyn.

Diese Dinge aber zeigen an, wie schrecklich und greulich derFall Adams und Heva muß gewesen seyn, dadurch wir den Ver-stand der Vernunft, so herrlich und schön erleuchtet, und denWillen, der nach Gottes Wort und Willen gerichtet war, verlo-ren haben. So haben wir auch verloren die Ehre unserer Lei-ber, also, daß jetzund nackend gehen oder gesehen werden, diegrößte Schande ist, welches dazumal die schönste Ehre und einsonderlicher Vorzug des menschlichen Geschlechts vor allen andernThieren gewesen ist. Aber wie dem allen, so ist der größte Scha-den daran, daß nicht allein solches alles verloren ist, sondern istdarauf gefolget eine Verkehrung und Abwendung des Willensvon Gott, also, daß der Mensch der keines will oder thut, wasGott will und gebeut, item, daß wir nicht wissen, was Gott, wasGnade, was Barmhertzigkeit, noch was die Sünde an ihr selbstsey. Welches wahrlich schreckliche Gebrechen seyn, und müssendiejenigen blinder seyn, als ein Maulwurf, die sie nicht verste-hen, noch sehen. Die Erfahrung lehret uns zwar solches Jam-mers viel, aber doch können wir vollkömmlich nicht fühlen, wiegroß er ist, wo wir nicht sehen auf das Bild im Stand der Un-schuld, wie wir es auch fassen und verstehen können , darinnenII. 2