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2 (1827)
Entstehung
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4 Vom Ebenbilde Gottes.

lein. So seyn auch die Früchte, die er zur Speise gebrauchethat, viel lieblicher und kräftiger gewesen, denn sie jetzo seyn.

Aber nach dem Fall ist der Tod geschlichen, gleichwie derAussatz, in alle Sinne, also, daß wir ein solches Bild, wie wirerstlich gehabt, auch nicht mit Gedancken fassen können. Adamhatte seine Hevam nicht anders erkannt, denn in einem gantzstillen und friedlichen Gemüthe und willigen Gehorsam gegenGott, ohne alle sündliche Lust und Gedancken; nun aber, nachdem Fall, wissen und fühlen wir alle, was für ein Grimm inunserm Fleisch stecket, welches nicht allein grimmig und brünstiggelüstet und begehret, sondern eckelt auch, wenn es überkommen,darnach es gelüstet hat. Darum sehen wir an uns der keinesrein und vollkommen, weder die Vernunft, noch den Willen, son-dern fühlen an uns mehr denn viehische Lüste und Brunst. Istaber das nicht ein schwerer und schädlicher Aussatz, welchen Adamvor dem Fall nicht gehabt hat, über das, daß er größere Starcke undschärfere Sinne gehabt hat, denn die anderen Thiere? Wie weitübertreffen jetzo den Menschen die wilden Schweine mit dem Ge-hör, die Adler mit dem Gesicht, ein Löwe mit der Starcke u. s. w.Darum kann kein Mensch auch mit Gedancken erlangen, wieweitdie Natur vor dem Fall besser gewesen ist, denn jetzo.

Darum verstehe ich Gottps Bild also, daß es Adam wesent-lich an ihm gehabt habe, und daß er nicht allein Gott erkanntund geglaubet hat, daß er gütig sey, sondern daß er auch garein göttlich Leben geführet habe, das ist, daß er ohne Furcht desTodes und aller Gefahr gewesen ist, und sich an Gottes Gnadehat lassen begnügen; wie an Heva zu sehen ist, daß sie mit derSchlange ohne alle Furcht redet, wie wir mit einem Lamm oderHund. Darum leget ihnen auch Gott 1 Mos. 2, l7. dieseStrafe für, so sie sein Gebot übertreten würden: Welches Tagesihr von diesem Baum essen werdet, sollt ihr des Todes sterben.Als wollte er sagen: Adam und Heva, ihr lebet nun sicher undohne alle Furcht und Gefahr, ihr fühlet noch sehet den Tod nicht.Das ist mein Bild, darinn ihr lebet, wie Gott lebet; werdetihr aber sündigen, so werdet ihr solches Bild verlieren und sterben.

Daher sehen wir nun, was für Gefahr, Tod und allerleyUrsachen des Todes, diese elende Natur tragen und versuchenmuß, über die schandliche Lustseuche und grimmige Sünden undunordentliche Erregungen in aller Menschen Hertzen. Wir könnenuns nimmer sicherlich auf Gott verlassen, sondern Schrecken undFurcht plaget uns, auch im Schlaf. Solches aber und derglei-