Vom Ebenbilde Gottes.
1 Buch Mos. 1, 26.
-xHch besorge, weil wir dieses Bild gar durch die Sünde und Fallverloren haben, wir werden es nicht genugsam verstehen können.Ein Gedächtniß, Willen und Verstand haben wir zwar, abersehr verderbet und auf das höchste verrücket und geschwächet, ja,daß ich es deutlicher sage, allerdings aussatzig und unrein. Denn,so diese Kräfte Gottes Bild seyn sollten, so würde folgen, daßauch der Teufel, der wahrlich solche natürlichen Kräfte weitstärckerhat, denn wir, zum Bilde Gottes geschaffen wäre; wie denn seinGedächtniß und Verstand sehr hoch und behende, sein Wille aberzum höchsten verstockt ist.
Darum ist das Bild Gottes viel ein ander Ding, nemlichein sonderlich Werck Gottes. Doch so jemand fechten will, daßdie Kräfte der Seelen Gottes Bild seyn, der mag auch bekennen,daß sie aussätzig und unrein seyn; wie wir einen aussätzigen Men-schen gleichwohl einen Menschen nennen, obwohl im Fleisch desAussätzigen schier alles todt und erstorben ist.
Derohalben ist das Bild Gottes, nach welchem Adam ge-schaffen ist, das allerherrlichste und edelste Ding gewesen, nemlich,da kein Aussatz der Sünden, weder in der Vernunft noch in sei-nem Willen, gewesen ist, sondern beide, die innerlichen undäuserlichen Sinnen, alle auf das reineste gewesen seyn. Der Ver-stand ist gantz rein, das Gedächtniß gantz gut und frisch, und derWille gantz aufrichtig und wahrhaftig gewesen, in einem sehrschönen, reinen und sicheren Gewissen, ohne alle Sorge und Furchtdes Todes. Zu dieser innerlichen Vollkommenheit ist darnachauch gekommen des Leibes und aller Glieder schönste und treff-lichste Kraft und Herrlichkeit, damit er alle andere lebende Creatu-ren übertroffen hat. Denn ich eS gantz dafür achte, daß AdamsAugen vor dem Fall so scharf und helle gewesen seyn, daß er mitdem Gesicht über die Lüchse und Adler gewesen sey; so ist er, alsein viel ftärckerer, mit den Löwen und Bären, welcher Stärckedoch sehr groß ist, also umgegangen, wie wir mit kleinen Hünd-
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