Druckschrift 
Zur Kritik der Verfassungsurkunde des Königreichs Baiern
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

§. .5.

In der kraftvollen, biedern Aeußcrung diesesfreimüthigen Redners liegt, so deucht uns, reinwahre Karakterisiik der am 27. d. M. in Baicrnverkündeten Verfassungsurkunde. Von Sä)meichc-lei eben so weit, als von Tadelsucht entfernt, be-merkt der verehrliche Redner, daß Keim zumGuten und Herrlichen in dieser Urkundesich befinde, der, durch innere Kraft befruchtet,zum Ricsenbaum anwachsen, und herrliche Früchtebringen werde. Vieles, und Herrliches ist durchdie verkündete Verfastung erzielt, aber nicht Al-les — denn Vieles ist noch zu einwickeln, dessenschöner Keim gelegt, und die reiche Erndte kost-barer Früchte ist gewiß, wenn die zarten Sprossenmit Liebe gepflegt, wider Stürme bewahrt, wennSelbstsucht, Eigennutz, wenn jede Leidenschaft vomEinflüsse auf diese Pflege verbannt bleibt, wenndas, was in Baiern war, waS nun ist, undwaS sein soll, unbefangener Prüfung unterwor-fen , wenn darüber parthejloS gesprochen, und wasnoth thut, auch was frommt, klar geordnet, festbestimmt sein wird. Demnach werde betrachtet: