— Z0 --
nur 1,197 Einwohner, der Kreis Bochum dagegen 4,832 auf der O.uadratmeile hatte,und der Zuwachs der Bevölkerung im letzten Jahre nur ^ Proeent betrug.
Munster hatte vcrhältnißmäßig die wenigsten Geburten, nämlich zwei auf71 Lebende; während Gumbinnen schon auf Zi Lebende zwei Geburten zahlte: wäredies Verhältniß bleibend; fo müßte man auf sehr geringe Hülföqucllcn schließen DieVolkszahl von Münster ist nur um ^ Procent gewachsen, während die Volkszahl vonBreslau bei nächst stärkerer Bevölkerung um 1^ Proeent, also fünfmal schnellerwuchs.
Auffallend bleibt aber überhaupt die geringe Anzahl der Geburten in den dreiwestlichen Provinzen. Sie beruht keineöweges auf einer geringem Fruchtbarkeit derEhen, sondern darauf, daß in diesen Provinzen vcrhältnißmäßig weniger Menschenvcrheirarhet sind. Von 19,000 Eivilpersoncu sind im Durchschnitte vcrheirathct
in den drei außerdeutschen Provinzen 3,785
in den Provinzen Brandenburg und Pommern. . . 3.943
in den Provinzen Schlesien und Sachsen 3,717
in den drei westlichen Provinzen 3,304-
Von der stärkern Bevölkerung hängt diese Erscheinung nicht allein ab. Schle-sien und Sachsen haben verhältnißmäßig mehr Verehlichte als Brandenburg undPommern, obwohl sie fast doppelt so dicht bevölkert sind. Auch die Verhältnisse desBodens und der Gewerbe reichen nicht hin, diesen Unterschied aufzuklären. Reichen«bach hat 3,805, Koblenz 3,880 Menschen auf der Quadratmeile: beider Bevölkerungist also ohngefähr gleich. Alle natürlichen Vorthcile sind überwiegend zu Gunsten desRegierungsbezirks Koblenz. Wie rauh der Westerwald, der Hundsrück und deröstliche Abhang der Eise! auch sein mögen: der Kamm des Riesengebirges ist ohneZweifel viel unwirthbarer. Wie fruchtbar daö schöne Land am Fuße des schlcsischenGebirges auch sein mag; die Thäler am Rheins, der Mosel, Nahe und Ahr sindohne Zweifel viel fruchtbarer. Den Regierungsbezirk Koblenz durchströmt der Rheinder ganzen Länge nach und die Mosel quer hindurch; der Regierungsbezirk Reichcn-bach hat keinen schiffbaren Fluß. Das Hauptgcwcrbe des schlcsischen Gebirges , derLeinwandhandel nach Wcstindien, ist durch die Seckriege zerrüttet, und seine Wieder-herstellung durch die Mitbcwerbung Irlands sehr erschwert. Die Baumwollemve-berei um Reichenbach war stets sehr unvollkommen, und ist nach kurzer Blüthe schnellgesunken. Oer Bergbau ist nur auf Steinkohlen erheblich. Dcmohngeachtet hat aufzehntausend Lebende
Reichenbach 453 Geburten, 107 Trauungen, und einen Überschuß von 115 Mehrgebornen,Koblenz nur 347Geburten, 61 Trauungen, und einen Überschuß von 53 Mehrgebornen.
In den sieben östlichen Provinzen hat nur Erfurt ganz dieselben Verhältnisse,wie der westliche Landcötheil, und Stralsund gleicht ßhm in der geringen Anzahl derNcugeborncn und Neugetrauten, hat aber eine viel geringrc Sterblichkeit, und daherbei weitem tnchr Ueberschuß.
Ueberhaupt wächst die Sterblichkeit auch mit der Anzahl der Ncugeborncn,weil den allgemeinen Gesetzen der Natur gemäß besonders eine große Anzahl vonKindern stirbt. Doch findet auch hier ein mächtiger Unterschied zwischen den Re-gierungsbezirken statt, den folgende Zusammenstellung übersichtlicher macht.