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Übersicht der Bodenfläche und Bevölkerung des preußischen Staats
Entstehung
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Regierungsbezirke findet gar keine Kreiscintheilung statt, da derselbe sich nur auf dieStadt Berlin und ihre nächsten Umgebungen beschränkt. Bei der Berechnung, wieviel Einwohner auf der Quadratmcile leben, und wie viel Morgen auf einen Menschenim Durchschnitte kommen, haben die Regierungsbezirke Berlin und Potsdam zusam-mengezogen werden müssen; da die einzelne Stadt Berlin in dieser Beziehung vondem sie umgebenden Lande nicht getrennt werden kann.

Der mittlere Durchschnitt der Bevölkerung aller zehn Provinzen ist demnachin runden Zahlen 2,100 Einwohner auf die geographische Quadratineile, oder einMensch auf jede zehn Morgen Landes. Kein Regierungsbezirk in den fünf nordöst-lichen Provinzen^, Preußen, Wcstpreußen, Posen, Brandenburg und Pommernerreicht dieses Maaß der Bevölkerung: selbst das Uebergewicht der Hauptstadt hat dieBevölkerung der vereinigten Regierungsbezirke Berlin und Potsdam nicht über1,910 Einwohner auf die Quadratmeile, oder einen Menschen auf 11??A? Morgenerheben kennen; ohne Berlin hat der Regierungsbezirk Potsdam nur 1,395 Einwoh-ner aus der geographischen Quadratmeile, oder einen Menschen auf 15^ Morgen.Gleichwohl find unter diesen Regierungsbezirken mehrere, die einen größtentheilsfruch,waren Boden, ansehnliche Srädte, und eine der Bevölkerung günstige Verfas-sung baren. Dagegen enthalten die fünf südwestlich.!- Provinzen, Schlesien, Sach-sen, Wcstphalen, Kleve-Berg und Nicdcrrhein, keinen einzigen Regierungsbezirk,dessen Be- o'.kerung den mittlem Durchschnitt nicht überstiege: der RegierungsbezirkOppeln, obwohl er auf 238-/ geographischen Qnadratincilen reine gropere Stadt alsNeiße von nur 7,284 Civil-Einwohnern, und außerdem nur noch fünf StädteOppeln, Ratibor, Neustadt, Lcobfchütz und Glciwitz hat, die in er 3,000 Civil-Einwohncr ;ählcn, obwohl auf dem linken Odernfer der Boden großenthcils schlechtist und meist noch mit Waldung bedeckt, und obwohl die Verhältnisse des gutSpssich-tigcn Bauern bis in die neuesten Zeiten sehr drückend waren, befitzt dennoch 2,107Menschen auf der geographischen Quadratmcile; und der Regierungsbezirk Trier,ohngcachttt über die Hälfte seiner Fläche aus rauhen, unfruchtbaren Gebirgen besteht,bat sogar 2,3 0 Einwohner auf der geographischen Quadratmcile.

Etwaä von diesem auffallenden Unterschiede ist ohne Zweifel klimatisch. EinLand, das auf der Ebne und in gutem wohl angebautem Boden, blos vermöge dernördlichen Lage, die Sommersaat nicht vor dem Anfange des Mai beginnen kann,und die Wintersaat vor Ausgang des Septembers verrichtet haben muß, ist in ganz,andern wirthschaftlichcu Verhältnissen, als ein Land, worin unter übrigens gleichenUmständen, blos vermöge der südlichem Lage, die Sommeraussaat zu Anfange desAprils anfangen darf, und das Wintcrfcld erst zu Ende des Oktobers zugesact seinmuß. Derselbe Kreis von ländlichen Arbeiten muß in dem einen Lande in fünf, indem andern in sieben Monaten vollendet werden: nothwendig muß man aber sieben-Menschm und sieben Stück Zugvieh unterhalten, um in fünf Monaten dasselbe zuleisten, was von fünf Menschen und fünf Stücken Zugvieh in sieben Monaten ver-richtet wurden kann. Derselbe Boden liefert einen Schnitt mehr Gras, wenn dieVegetation zwei Monare länger dau.rt; und mau bedar, in dreifacher Rücksicht mehrLand zu Wuiterfutter, weil für die gleiche Arbeit mehr Vieh unterhalten werden muß,,weil der längre Winter langre Fütterung erfordert, und weil die gleiche Fläche weni-ger Futter giebt. In dem kältern Lande bedarf der Mensch bei gleicher Wohlhaben-heit und Kulme kräftigre Nahrung, dichcre Kleidung und Wohnung, längre und-