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Friedrich Wilhelm der Dritte
Entstehung
Seite
265
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Die Nation kann dem Könige nicht dankbar genugdafür scyn, daß er durch eine dreizehnjährige Gesetzge-bung die Fundamente zu diesen neuen Staatseinrichtun-gen gelegt hat, welche den Staat stark machen, da sieauf dem frischen Boden der Gegenwart und auf den ge-genwärtigen Einrichtungen der Gesellschaft beruhen.

Waren die Staaten im Süden von Europa diesemBeispiele gefolgt, so würden sich die Dinge dvrt nichtso begeben haben, wie sie sich wirklich begeben. Dennzu welcher politischen Meinung man sich auch bekennenmag, so wird doch Jeder, der sich auf die wahre Freiheitversteht, wünschen, daß sich Alles auf dem Wege derstetigen Fortbildung entwickele. Auf diesem Wege lösensich die Elemente, aus denen die abgelebten Verhältnissebestanden, langsam auf, und treten als Stoff in dieneuen Verhältnisse, die sich bilden. Da dieses allmähliggeschieht, so geschieht solches unmerklich, und die Gesell-schaft behalt durchaus ihre organische Form. Das machtjetzt das Unglück von Frankreich, daß die alten Verhalt-nisse gesprengt, aber nicht aufgelößt worden sind.

Die Bruchstücke davon schwimmen nun in großenMassen in der Gesellschaft; sie sind noch von vielenFamilien bewohnt, sie können sich weder auflösen, nochmit dem Ganzen verschmelzen, und bleiben so ein steterGegenstand des Haders und wechselseitigen Argwohns.Die Emigration ist ein bleibendes Unglück für Frank-reich, und nicht blos für dieses Geschlecht. Denn da dieGüter der Emigrirtcn verkauft worden sind, so erbt sichder Haß in den Familien fort, weil der Boden bleibendist, der ihn nährt, und weil die alte Familie, die dasGut verloren, sich nie mit der neuen, die es an sichgekauft hat, aussöhnen wird. Ware es Frankreich ver-