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Friedrich Wilhelm der Dritte
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freien Staate wohne, so komme es nicht darauf an, daßman den Leuten befehle, sondern man müsse sie überzeu-gen. Und da habe er öfters gefunden, daß, wenn maneine Anzahl Bürger zu einer gemeinschaftlichen Meinungvereinigen wolle, die Schwierigkeit oft da liege, daß jederin seine Meinung verliebt scy und sie mit Hartnäckigkeitverthcidige, nicht weil er sie eben für die beste halte, son-dern weil es die seinigc sey. In diesem Falle habe ereine solche Meinung zu der seinigen gemacht, und sienoch etwas besser vorgetragen wie seine Mitbürger, auchdie Gründe noch besser gestellt, mit denen man sie ver-teidigen konnte.

Hierdurch sey den Bürgern oft zweifelhaft geworden,ob diese Meinung auch wirklich die ihrige sey, und dieZärtlichkeit, welche sie gegen sie gehabt, habe sich merk-lich gelegt. Sie hatten sie nun vorurteilsfreier betrach-tet, und beim Abstimmen oft dagegen gestimmt.

Dieselbe Wirkung übt die Oeffentlichkeit der Gesetz-gebung. Die Menschen erhitzen sich oft für eine Mei-nung, nicht weil sie selbige für die beste halten, sondernweil es die ihrige ist. Dieselbe Meinung finden sie nach-her von einem Mitglieds der Kammer vorgetragen, undwohl noch etwas besser. Indem ihnen nun die Vater-schaft an dieser Meinung zweifelhaft wird, so laßt ihreZärtlichkeit gegen sie merklich nach, und daher sind sienicht abgeneigt, zu einer andern überzugehen, für welchedie Gründe triftiger sind.

Es ist ungemein viel Werth, wenn die Bürger mitden Gründen und Gegcngründcn bekannt werden, die beider Abfassung der Gesetze vorlagen. Wenn bei unse-rer neuen Steuergesetzgebung die Bürger die Gründe ge-kannt, die ihre Abfassung bedingten, wenn sie die großeMasse von Kenntnissen gesehen, die in den Kommissio-