nun mehrere Wochen hindurch nichts zu thun, und ka-men natürlich auf allerhand Untersuchungen, auf die sienicht würden gekommen seyn, wenn das Ministeriumsie beschäftigt hätte. Endlich wurden sie entlassen, wel-ches unstreitig das Beste war, was man thun konnte.Als sie im Jahre t82U wieder einberufen wurden, gingdie Sache besser, eben weil nun das Ministerium besservorbereitet war. Im Ganzen zeigte sich viel Talent,viel guter Wille und gar keine Schönschwätzerci.
Auch in Darmstadt war eine Verfassungs-Urkundegegeben worden. Diese hatte die Meinung gegen sich,so wie sie erschienen war, und viele Gemeinen wolltengar nicht wählen. Von andern, die gewählt hatten,wollten die Dcputirtcn nicht schworen, als die Kammernsich versammeln sollten. Endlich wurden so viel zusam-mengebracht, daß die Kammern eröffnet werden konnten.Allein auch nun wollten die Verhandlungen zwischen denMinistern und den Ständen nicht fortrücken. Endlicherklärte der Großhcrzog, daß eine neue Verfassung aufdem Wege des Vertrags sollte zu Stande gebracht wer-den, und hicdurch waren denn alle Schwierigkeitengehoben.
Die erste Verfassung war an sich nicht verwerflich,allein die Meinung im Lande verbreitete, daß sieunter fremdem Einflüsse entworfen worden, und danndas Schwankende, was in der Fassung verschiedener Ar-tikel lag, hatte es wohl gemacht, daß sich gleich vomAnfange die Meinung gegen sie gestellt hatte.
Und wirklich ist auch in einer Verfassungs-Urkundenichts schlimmer, als wenn einige Artikel schwankend ge-faßt sind, so daß sie nach einer verschiedenen Exegeseeine verschiedene Deutung zulassen. Hier liegt einbeständiger Stoff zum Hader, der sich von einer Genera-