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Friedrich Wilhelm der Dritte
Entstehung
Seite
128
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Wohl der andern fragte, und jeder zufrieden mit seinerarmlichen politischen Existenz, mit seinem Schattenlebcn,einer gänzlichen Auflösung entgegenging, wie diesesDeutschland, geweckt durch die frühern großen Ereignissein Rußland und den spätem Kampf an seinen östlichenGrenzen, wennschon eben der Zersplitterung wegen, nochnicht völlig ermuthigt, — jetzt plötzlich durch die Schlachtvon Leipzig aufgeregt, in neuer junger Kraft sich erhob.Wie ein Zucken des Bewußtseyns fuhr es durch Fürstenund Völker; man sprach wieder von einem Deutschlandund von deutschen Brüdern; man empfand, daß Zusam-menhalten Roth thue, und daß man zusammengehöre;man sprach von Vergehen an Deutschland, von Verdien-sten um Deutschland, kurz es war wieder Licht und Lebendahin gekommen, wo Alles dem Tode entgegen sank.Dieses Leben, dieses erwachte Bcwußtseyn machte, daßman überall die KriegSrüstungen mit herrlichem Eifer be-trieb. — Wie in Preußen so traten auch in den meistenübrigen deutschen Staaten die Frauen zum Dienste desVaterlandes in Vereine zusammen, die die Wartung undPflege der Verwundeten übernahmen u. s. w."

In der Neujahrsnacht trugen die Verbündeten ihreFahnen über den Rhein, und das deutsche Volk und diedeutsche Jugend suchte den Feind in seinem eigenen Landeauf.

Die Armeen der Verbündeten brachen von allen Sei-ten in Frankreich ein, — aus der Schweiz, vom Rheineund aus Holland, — und da bei der gänzlichen Zerstö-rung des Heeres, Bonaparte ihnen nur geringe Streit-kräfte entgegenstellen konnte, so waren sie überall sieg-reich, umgingen die Festungen und waren den 10. Fe-bruar noch etwa zwölf Meilen von Paris.