Alö man sich von der ersten Betäubung erholt hatte,gedachte man alles Ernstes, die ganze Tiefe des Unglücksdurchzusondircn, sich Nichts zu verschweigen und sich überNichts eine Tauschung zu machen.
So liegt es in dem ernsten Charakter des Deutschen,der vor allem die Wahrheit will, und nach der Wahr-heit das Rechte.
Die Männer, welche der König um sich versammelte,waren Deutsche. — Stein war erster Minister.
Als dieser durch einen unvorsichtigen Brief, an denFürsten von Wittgenstein geschrieben, und von denfeindlichen Heerführern aufgefangen, von der Verwaltungentfernt wurde, legte er in einem Schreiben an dieoberste Verwaltungsbehörde diejenigen Grundsätze nieder,die ihn wahrend seines Ministeriums geleitet hatten.
Dieses Schreiben ist vielfach, unter den Namen despolitischen Testaments des Frei Herrn vonStein, gedruckt und bekannt gemacht worden.
Folgendes ist sein Inhalt. Denn wenn man dieGeschichte schreibt, so muß man sie aus Urkunden schrei-ben. — Außer der Glaubhaftigkeit und Wahrheit, diehieraus entsteht, hat diese Art der Gcschichtschreibungnoch den Vortheil, daß sie nach dem Urtheile Mosersdiejenige ist, die am besten unterrichtet, weil jede Ur-kunde den eigenthümlichen Geist der Zeit an sich tragt,in der sie geschrieben ist.
Sendschreiben des Ministers von Stein an dieoberste Verwaltungsbehörde im Jahre 1808.
„Umstände, deren Darstellung es nicht bedarf, for-derten meinen Austritt aus dem Dienste des Staates,für den ich lebte und für den ich leben werde. In den