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einen Tag wie den andern. — Die unbeschranktesteWillkühr Ist ihnen der eigentliche Kern des Regieren?,und diese wird bei ihnen für eine so nothwendigeStaatsinstitution gehalten, daß sie, nachdem sie einenihrer Fürsten ermordet haben, gar nichts dagegen ein-wenden, daß derjenige, den sie auf den Thron setzen,nun den folgenden Tag mit derselben constitutioncllcnWillkühr regiert, wie sein Vorgänger den vorigen Tag,bis zur Stunde seines Todes regierte. — Von siebcnzehnpersischen Königen starben vierzehn eines gewaltsamen To-des. — Dieses ist eine nothwendige Folge aller Staatsver-fassungen, in denen man die Willkühr als eine Staatsin-stitution mit in die Berechnung aufnimmt. Dieses kannnicht anders, als durch eine große Ccntralisation derGewalt geschehen, und indem die ganze Gewalt aufeinem einzigen Haupte ruht, auf dem des Sultansoder dem des Vezirs, so gestalten sich die Dinge, sowie sie sich eben in den morgenlandischcn Staaten ge-staltet haben.
Europa hat unstreitig einen großen Theil seinerGesittung der Entwickelung zu verdanken, welche dieErbmonarchie in allen Staaten als Staatsinstitutiongewonnen hat.
Es ist von großem Vortheil, wenn über die Thron-folge nur die Natur verfügt, und nicht Menschen. —Aller Streit um die höchste Stelle in der Gesellschaft,der dem Römerreiche so verderblich wurde, ist dann ver-bannt. Auch sind die Menschen um vieles geneigter,das zu ehren, was ihnen die Natur gicbt, als dasjenige,was ihrer Hände Werk ist. — Wodurch sielen die römi-schen Casaren immer? —Nicht blos, weil ihnen die Ta-lente zu einem Fürsten fehlten, denn vielen unter ihnenlassen sich Herrscher-Talente nicht absprechen, sondern sie