sielen, weil das Volk oder die Prätorianer sie zu Cäsarenerhoben, und diese nun das gering achteten, was sie mitso geringer Mühe gemacht hatten. Von August bis Con-stantin sind au hundert Casaren auf einander gefolgt, dieoft nur wenige Monate, oft nur wenige Tage regierten.
Kurze Regierungen sind aber an sich schon einUnglück, weil sie die Dinge hindern, sich entwickelnzu können, und eine lange Regierung ist, abgesehenvon allem andern, schon dadurch eine Wohlthat, daß dieDinge lange in einer Richtung bleiben, und sie Zeithaben, sich zu bilden und zu gestalten. — Denn großeStaatseinrichtungcn können sich, der Natur der Sachenach, nur laugsam bewegen, eben weil sie eine großeMasse bilden. Das ist aber das erste, was man einergroßen Masse gönnen muß, hinlänglichen Raumund hinlängliche Zeit zu ihrer Entwickclung.
Vom Jahre 1414, wo das Haus Hvhcnzollernzuerst unter Deutschlands Churfürsten und unter dieErzürnter des Reiches trat, sind bis 1820 , 406 Jahreverflossen.
In dieser Zeit haben nur zehn Churfürsten und fünfKönige regiert. Die mittlere Dauer einer Regierungist 27 Jahre gewesen. — Jede Regierung hat also bei-nahe eine ganze Generation gedauert, da daS mittlereAlter derselben Z0 Jahre ist. — Die Regierungendes großen Churfürsten und des großenKönigs dauerten aber fast ein halbes Jahr-hundert.
Wenn man fragt, was die Staaten gründet, undwas ihnen Größe und Dauer gicbt, so darf man beider Antwort solche und ahnliche Zahlen nicht übersehen.