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ihm in Beziehungen traten, und jeden zu seinem Freunde zu machen, den er zumFreunde begehrte.
Als einen der größten Fehlschläge seines an bitteren Erfahrungen nicht armenLebens betrachtete es Alfred Meißner bis in seine letzten Tage, daß es ihm nichtvergönnt mar, von seinen „Erinnerungen an Heinrich Heine", die er 1836, wenigeWochen nach dem Hinscheiden des Dichters, unmittelbar unter dem Eindruck derTodesbotschaft niedergeschrieben, eine zweite Auflage zu veranstalten, in der er daswohl treue, aber hastig und Mu zmimu gemalte Porträt schärfer ausgeführt hätte.Er trug allerdings später allerlei wichtige Züge in verschiedenen Mitteilungen nach,aber ein einziges, sorgsam ausgeführtes Bild ist dadurch nicht entstanden. So istalles, was er über Heine gesagt, Fragment geblieben. Bis zum Jahre 1882 truger sich noch immer mit der Idee, ein solches abgerundetes Porträt des Dichterszu entwerfen. Es legt aber von seiner großen Liebenswürdigkeit und Bescheiden-heit ein wichtiges Zeugnis ab, daß er, der angesehene Schriftsteller, sofort von seinemPlan zurücktrat, als ein Jüngerer und Unerfahrener sich desselben bemächtigen wollte.Zur Bekräftigung dieser Thatsachen citiere ich folgenden Brief, den mir Alfred Meißnerschrieb, als ich ihm meine Absicht ankündigte, eine Biographie Heines zu schreiben.
„Bregcnz, 2. Februar 1882.
Lieber verehrter Herr!
Das ist eine vortreffliche Idee von Ihnen, ein Buch über Heine zu schreiben. Sie haben dasZeug dazu. Strodtmanns Buch ist mit außerordentlichem Fleiß geschrieben, aber gut ist es nicht,ich wenigstens mag nicht darin lesen. Der Mann zeigt keine Phantasie, es gelingt ihm nicht,sich ein Bild der Zeit, der Personen vor die Seele zu bringen. Alles ist nur tot, mechanischaneinandergereiht. So ein Buch fehlt gar sehr, liefern Sie es uns, und Sie machen sich um dieWelt verdient! lieber mich disponieren Sie; was ich weiß, stelle ich Ihnen zur VerfügungIch glaube auch in der Lage zu sein, Ihnen manche Quelle aufzeigen zu können.
Autographen von Heine seit 1846 sind sehr selten. Sie kennen sein Augenleiden, die Lid-paralyse :c. Er hatte schon seit 1847 die Gewohnheit, alles: Briefe, Gedichte mit Bleistift inCahiers zu schreiben und sie dann, wenn der Sekretär kam, diesem zu diktieren. Er schrieb mitTinte höchstens noch kleine Billets. Ich besaß deren zwei, eins ist nach Amerika verschenkt worden.Das größere besitzt Arthur oder Odo Russell. Ich schenkte es den Brüdern z sie leihen es gewißgern her. Dann habe ich sechs Briefe, sämtlich vom Sekretär geschrieben und nur von Heineunterzeichnet. Er mochte das gräuliche Hin und Her seiner Schrift, den Abdruck seines Leidens,nicht in die Welt hinaussenden.
Ich weiß, wer noch einen eigenhändigen, vier Seiten langen Brief von Heine erhalten:Ferdinand Friedland, vor Jahren in Wien verstorben. Aber der wird nicht zu bekommen seinvon den Erben, er war für den Empfänger vernichtend und schloß mit den Zeilen: „Eilen Sie,Calmonius, eilen Sie, damit ich Sie noch einmal lügen höre!"
Die Witwe Friedlands, Schwester Lassallcs, ist wieder verheiratet und lebt in WienerischNeustadt; ihren Rainen kann sie selbst nicht aussprechen und ich kann ihn mir nicht merken, abervon ihren Verwandten in Berlin können Sie diesen hochpoetischen Namen leicht erfahren. Dortgiebt es jedenfalls Briefe. (Friedland war nämlich der Eascntrepreneur, bei dem Heine seinErspartes verloren.)