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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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124 Die italienische Reise,

Dreizehntes Kapitel. Die italienische Reise.

^^^en Plan zur Reise nach Italien, von der bereits im vorigen Kapitel kurz die^^tRede war, hegte Heine schon seit 1827. Er hatte sich aus London, wiewohler dort sehr viel Geld gebraucht hatte, gleichwohl noch 800 Thaler mitgebracht,die er Varnhagen von Ense in Verwahrung gab. Seit seinem Aufenthalt inMünchen scheint der Plan zur Reife gediehen zu sein. Wiederholt kehren kurzeNotizen darüber in seinen Briefen an Varnhagen von Ense und Julius Campewieder. Die erste Notiz in einem Briefe an letztern lautete:Ich will frei sein,und wenn das Klima (in München) wirklich so fürchterlich ist, wie man mirdroht, will ich nicht gefesselt sein? finde ich meine Gesundheit gefährdet, so packeich meinen Koffer und reise nach Italien". Mit der Lektüre italienischer Reise-beschreibungen scheint sich Heine im Winter von 1827 auf 1828 viel beschäftigt zuhaben. Er las Goethes italienische Reise mit Vorliebe und Nutzen; auch dasWilhelm Heinse zugeschriebene BuchFiormona, oder Briefe aus Italien"beschäftigte ihn angelegentlich, und in einem Bericht über dieses Buch schreibt erdem jungen I. H.Detmold:Ich gehe nach Italien, sammle mich, kehre gerüstetnach Norddeutschland zurück und bilde eine Schule. Es thut not, dasz einerdas Nötige thue".

Das war ein Programmi aber die Energie, mit der Heine es aussprach, verließihn in der Folgezeit nur zu oft. Er hat kaum den Mut, seinen Freunden offeneinzugestehen, daß er nach Italien reise. Am 12. Februar 1828 schreibt er anVarnhagen über seine persönlichen Verhältnisse:Auf der einen Seite habe ich vieleSchulden, auf der andern Seite will ich etwas thun, wozu ich viel Geld so nötighabe, daß ich es vom Himmel herabstehlen müßte, wenn ich es nicht hätte". Augen-scheinlich sind diese Andeutungen auf Italien gemünzt. Im April scheint sich derPlan schon geklärt zu haben, und er schreibt wiederum an Varnhagen:Da ichnicht weiß, wie bald ich nach Italien reise, so wünsche ich, lieber Varnhagen, daßSie mir die 800 Thaler herschicken". Noch am 6. Juni aber stellt er in einemBriefe an Varnhagen die eigentümlich klingende Frage:Werde ich wirklich nachItalien reisen?" Ja, kurz vor seiner Abreise, am 16. Juli 1828, teilt erseinem damaligen Freunde Wolfgang Menzel mit:Ich bin im Begriffe, insGebirge zu reisen. Dort habe ich Muße und schreibe Ihnen vielleicht über dashiesige Leben". Drei Wochen später war er auf der Reise nach Italien.

Dieses Geheimhalten seines Reiseplanes hat etwas Seltsames. War er sichselbst darüber nicht klar, oder wollte er ihn seinen Freunden nicht mitteilen? Manwird unwillkürlich an Goethes heimliche Abreise von Karlsbad erinnert. Soweit