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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
Seite
93
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Adolph Peters. 93

Es ist natürlich, daß dem armen Peters schließlich doch auch der Strick seiner Geduldgerissen ist. Freilich, seine Rache mar keine besonders gelungene. Kaum hatte erGöttingen verlassen, so schrieb er für den „Gesellschafter" (bekanntlich „die Wiegevon Heines Ruhm") eine Kritik (Nr. 3 vom 19. Januar 1825) über Heineals Dichter, welche in der That sehr unbedeutend mar und nur über den Miß-brauch der dem Dichter verliehenen Witzesgabe klagte.

Aus einem Briefe Heines an seinen Freund Moses Moser vom 1. April 1825erfahren wir, wie Heine über diese Kritik dachte. Er schreibt da: „Wenn das,was ein gewisser Peters über mich im »Gesellschafter« geschrieben, dir im mindestengefiel, so thut mir das sehr leid, und zwar nur um deinetwillen. Es ist der fadesteund lächerlichste Kerl auf Gottes Erde, ein Esel mit Rosinensauce, den ich zur Lustund zum Ergötzen meiner Freunde zuweilen zum Narren habe. Nun ist es auchnoch das Allerergötzlichste, daß dieser Kerl meine Werke beurteilt, und zwar öffentlich,wie er oft drohte, und wie ich ihm gerne, sogar selbstbefördernd, erlaubte, indemich ihn auf sein Verlangen Gubitzen empfahl. Wirklich, man muß eine gute DosisJroniearsenik im Leibe haben, um nicht über die Anmaßung und das Dumm-hämische eines solchen Kerls unwillig zu werden und sich gern auf diese Weiseam Publikum gerächt zu sehen".

Damit waren wohl auch die Beziehungen zwischen Heine und Peters zu Ende.Es steht dem Ueberlebenden nicht die Befugnis zu, in dieser Sache Recht zu sprechen.Aber wenn Heine Peters hier und da unrecht gethan hat, so wird man dies beidem Charakter beider begreiflich finden. In einem Briefe Peters' an Spittabefindet sich der folgende Vers:

Der wunderbarste, unbegreiflichste

Von allen Menschen, Philipp, ist der Dichter!

Vergangenheit ist seine Gegenwart,

Wo, Bienen gleich, er schwebt und Blüten, sühc,

Aus allen himmlischen Minuten saugt,

Die hingcsloh'n.

Vielleicht erklärt dies Gedicht manches.

Ich habe nur noch hinzuzufügen, daß Adolph Peters in der „Tafelrunde" denNamen „Frauenhold" führte, und daß diese „Tafelrunde" längere Zeit (und sicherauf Anregung Heines) ein humoristisches Witzblatt mit Illustrationen herausgegebenhat, das leider verschollen ist.

Die biographische Einleitung, welche Ludwig Spitta den: Werke seines Vatersbeigegeben, erwähnt auch noch eines dritten gemeinsamen Freundes, des GeheimenOber-Justizrats A. Meyer in Hannover, der Spitta sein Lebenlang in innigerFreundschaft zugethan blieb, während er mit Heine allerdings nur in denUniversitätsjahren freundschaftlich verkehrte. Meyer studierte ebenfalls zu jener