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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
Seite
56
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Zg Lehr- und Wanderjahre,

Mit wem hat aber Heine nun eigentlich in Hamburg verkehrt? Wir kennennur wenige Namen von Schriftstellern bestimmt, die uns ja hier vor alleminteressieren könnten. Von diesen sind zu nennen der Satiriker Theodor HeinrichFriedrich (1776—1819), der durch Humoresken und Lustspiele damals in Hamburgso beliebt war, serner der Romanschriftsteller Karl Gottlob Prötzel (1785—1861),der auch in den fünfziger Jahren Mitredakteur des „Hamburger Korrespondenten"gewesen, endlich der übel beleumundete Georg Lötz (1784- 1844), der damalsgerade den ersten Band seiner Zeitschrist „Originalen" herausgab, in welcheraber kein weiterer Beitrag von Heine enthalten ist.

Ob Heine mit L. Kruse, G. M. Bärmann, Amalie Schopps, M. Kosmeli,Helmine von Chezy und F.G.Zimmermann, die alle in der Zeitschrift„Hamburgs Wächter" vertreten sind, und mit denen er später zum'Teil befreundetwar, auch damals schon bekannt gewesen, ist leider nicht festzustellen.

Dagegen ist es nicht unwahrscheinlich, dast Heine schon in jenen Jahren undnicht erst 1826 die Bekanntschaft mit seinem späteren Verleger Julius Campegemacht hat, denn die Haupterpedition der Zeitschrist „Hamburgs Wächter" wardicht neben der Börsenhalle bei den Herren Hoffmann A Campe.

An dieses Kapitel von Heines Freundschaften fügt sich passend eine, wie ich glaube,sehr hübsche Erinnerung. Auf dem Wege von Winterhude nach Ohlsdorfwurde vor einigen Jahren mit dem Abbruch eines alten Strohdaches begonnen,an dessen Stelle man ein modernes Haus errichtete. In diesem Hause hatte HeinrichHeine im Jahre 1816 häufig verkehrt, und zwar bildete die Tochter des in demHause wohnenden Emigranten de Chauraur den Magnet, der ihn dorthin zog.de Chauraur überwarf sich aber eines Tages mit dem jungen Heine und verbotdiesem das Haus. Heine zog indessen nachts vor seines Liebchens Fenster und kratztezum Zeichen seiner Treue mit den: Stein seines Ringes die Worte: „Kol jeKsxists pcmr vous oüsrir" in die Fensterscheibe. Später ging das Haus inandere Hände über. Der Käufer desselben hütete die Fensterscheibe wie seinenAugapfel und wollte sie auch nach dem Abbruch des Baues erhalten wissen. Durchdie Unachtsamkeit eines Arbeiters wurde die interessante Scheibe indessen zertrümmert.

Alle diese Vorgänge spielten sich im Jahre 1816 ab: sowohl die erste unglück-liche Liebe Heines, als auch seine ersten poetischen Veröffentlichungen. Dagegenist das Jahr 1817 vollständig in Dunkel gehüllt. Es ist absolut nicht mehrfestzustellen, was Heine während dieses Jahres getrieben. Wir besitzen keineinziges Zeugnis von anderen, nicht eine Zeile von ihn? selbst aus diesem