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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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Zweites Buch.

Lehr- und Wanderjahre.

Fünftes Lapitel. Lehrjahre.

^F'eber die wichtige Periode im Leben des jungen Heine, welche durch seinen^H-ersten Aufenthalt in Hamburg ausgefüllt wird, ist bis jetzt so gut wie garnichts bekannt geworden. Adolf Strodtmann fertigt diese ganze Periode, die dochdrei Jahre ^ und zwar drei der wichtigsten Jahre in Heines Leben umfaßt,mit wenigen Zeilen ab, und in anderen Biographieen wird dieser Aufenthalt desDichters in Hamburg auch nur kurz abgethan. Es verlohnt sich deshalb der Mühe,die spärlichen Nachrichten, die darüber existieren, zusammenzustellen, um daraus dienotwendigen Schlüsse für den Lebenslauf und die dichterische Entwickelung Heinesziehen zu können.

Anfang des Jahres 1815 war in der Familie Heine der Streit darüber, obder Sohn dem Studium der Wissenschaften oder dem Laufmannsstande gewidmetwerden sollte, zu Gunsten des letzteren entschieden worden. Samson Heine, dermit seinen Velveten alljährlich zweimal zur Frankfurter Messe reiste, nahm seinenSohn dahin mit, und es gelang ihm, diesen in dem Lontor des BankiersM. B. Rindskopf auf der Frankfurter Wechselbank als Volontär unterzubringen.Das dauerte aber nur kurze Zeit. Herr Rindskopf meinte:Der Junge habekein Talent zum Geschäft", und dasselbe bestätigte ein großerSpezereihändler",in dessenGewölbe" Heine gleichfalls mehrere Wochen als Volontär zubrachte.Nach dieser kurzen kaufmännischen Lehrzeit kehrte er zunächst nach Düsseldorf inselterliche Haus zurück, wo er sich fast ein Jahr lang aufhielt. Es ist sehr merk-würdig, daß über diese Lebensperiode bis jetzt das tiefste Dunkel herrscht, dasweder seine noch die Mitteilungen der Jugendfreunde und die Erinnerungen derVerwandten zu lichten vermochten und das wohl kaum je aufgehellt werden wird.Nur daß Harry Heine schon damals sich in Gelegenheitsgedichten versuchte, wirderst jetzt durch verschiedene Mitteilungen bekannt. Eines seiner ersten, wo nichtsein erstes Gedicht dürfte das folgende sein:

Larpeles, G., Heinrich Heine. 4