406 Heine und Consorten.
uni einige Dinge mit ihm zu erledigen, ehe er sich gänzlich ausdem Staube macht. Dieses, mau täusche sich nicht, wirddas Hauptereiguiß am Ende des Jahrhunderts sein."
Der arme Prophet (geb. 1786), welcher mit vollster Zu-versicht die Zeit zu erleben hoffte, in welcher jede aufrührerischeSchrift gegen die Juden den Verfasser ins Zuchthaus oderins Tollhaus bringen würde, wäre jetzt (1891) 105 Jahrealt geworden, und diese Zeit ist noch nicht gekommen, die Er-füllung der frommen Wünsche des Sehers dürfte noch geraumeZeit auf sich warten lassen.
Nun noch eine kleine Antwort auf die Frage: Wie könnenBürger und Bauern von diesem durch Börne und Com-plicen so angerühmten und herbeigesehnten Glück befreit werden?Wir führen hier als Antwort nur ein paar Sätze an, mitwelchen Fürst Alois Liechtenstein in einer Wählerversamm-lnng zu Hernals (Wien) im Februar 1891 eine Schilderungdes Antisemitismus geschlossen hat:
„Ich stehe lauge genug im öffentlichen Leben und habe laugegenug dem Parlamente angehört, um zu wissen, eine wie großeVerantwortung diese Leute (die Juden) auf sich gewälzt haben,denn so oft wir die schöne Idee der christlichen isocialreform an-gestrebt haben, immer haben wir diese Leute in den Reihenunserer Gegner gesehen, theils an der Spitze derselben, noch öfteraber im Hintergrunde, wie sie ihre Puppen am Schnürchen zogen.Diese Herren sind überaus gescheidt; es ist ihnen nicht bange vorAusnahmegesetzen, für welche sich im modernen Parlament nieeine Majorität finden wird, und die auch leicht umgangen werdenkönnten, aber sie hassen und fürchten die christliche Socialreform,weil sie ihnen ihre Hörigen entzieht, weil sie die Emancipationdes christlichen Volkes vorbereitet, weil sie dem christlichen Volkesich selbst seine Würde und Einheit wiedergeben, und weil siediese Leute zurückdrängen wird Schritt für Schritt iu das Dunkel,aus welchem sie kluger Weise nie hätten hervortretensolle n."