Heine und Consorten, 393
Heine'sche Welt- und Lebensanschauung in ihren nothwendigdaraus hervorsprossendeu Folgen kennen lernen.
Wie sich übrigens in jüngster Zeit der Wind bezugs derVerhimmelung des Heine als Dichter und als Charakter sehrbedrohlich gewendet hat, ersehen wir aus einem Pariser Briefeim Wiener „Deutschen Volksblatt" vom 12, April 1891. Da-selbst heißt es wörtlich:
„Ein paar arme Teufel deutscher Socialdemokrnten haben sichvon den in den internationalen Bergarbeitercongreß eingeschlichenenpolnischen Juden verleiten lassen, einen mächtigen Kranz aus Lilienund Theerofen auf das Grab Heines zu legen. Der Kranz warmit einer rothen Schleife geschmückt, die die Worte: „Die Berg-arbeiter ihrem Bruder Heinrich Heine" trug. Alsodieser alte Schlemmer und Prasser, dessen Familie nochvor 9V Jahren den Judeuzoll bezählen und den Judenkragentragen mußte, und die heute Hunderte von Millionen und dieprachtvollsten Herrensitze in der Umgebung von Hamburg, Paris,Baden-Baden und Luzern besitzt, soll der Bruder ehrlicherArbeiter sein, die ihr Brod im Schweiße ihres Angesichts ver-dienen!! Es gehört einerseits jüdische Dreistigkeit, andererseitschristliche Gemüthlichkeit, respektive Dummheit dazu, um derartigeVorgänge möglich zu machen. Wahrlich, die deutschen Arbeiterhätten besser daran gethan, ihren Weibern und ihren Kindern einGeschenk nach Hause zu bringen, als dem jüdischen Sudel-dichter Kränze auf das Grab zu legen.".
159, Wie der Hröjzenwaljn von Mrne und Keine bei den Komplicenderselben zum Wationalgrößenwaljn angewachsen ist.
In dem Wiener Journal: „Deutsches Volksblatt" sprichtein Herr Bewer (14, Januar 1891) vom „liberalenLiteraturghetto, das sich allmälig um Heines undBörnes Stammhäuser in Deutschland angebaut hat",Bewer hat mit seinem „liberalen Literaturghetto" offenbardie ganze Börne- und Heineschule in der Journalistik bezeichnenwollen, auf welche der von diesen beiden Dioscuren gepflegteanwidernde Größenwahn sich vererbt und auch noch zu einemNationalfanatismus gesteigert hat.
Wir haben in der Nummer 89, Seite 214, von einemReformjuden eine sehr denkwürdige Antwort auf die Frage ge-funden: Was ist die Aufgabe des israelitischen Lehrers?Das Wiener „Deutsche Volksblatt" bringt in Nr, 722 (1891)