3ö2 Heine und Consorten.
„Nun ist es Zeit, daß ich mit VerstandMich aller Thorheit entled'ge;
Ich Hab' so lang als ein KomödiantMit dir gespielt die Komödie.
Die prächt'gen Coulissen, sie waren bemaltMit hochromantischem Style,
Mein Rittermantel hat goldig gestrahlt,
Ich fühlte die feinsten Gefühle."
Nur einmal ist Heine wahr gewesen, als er die Verseschrieb:
„Selten habt ihr mich verstanden,
Selten auch verstand ich euch,
Nur, wenn wir im Koth uns fanden,
Da verstanden wir uns gleich."
In diesen Koth hat er Alles gezogen: Christenthum und Poesie,Kirche und Staat, Freunde und Feinde. Er starb mit der Blas-phemie auf den Lippen: Oisu ms porüormoio, o'sst soll Mötier."
Wenn im Urtheile über die ethische Verkommenheit desDichters ehrenhafte Autoren selbst der radikalsten Richtungbei einem gleichen Resultate angelangt sind, so meinen wir doch,er sei für seine Vergehen nicht ausschließlich allein zubelasten. In den Geboten des Loüulaüan urnoü erzogen,in einer verlüderlichten Gesellschaft lebend, durch den ungemessenenBeifall seiner Consorten zum Größenwahn verleitet, ist er einTypus des modernen Reformjudenthums geworden, das sich ausdem ganzen Talmud nur den Haß gegen das Kreuz und dieFeindschaft gegen die Goyim reservirt hat. Diese zweiMomente sind in seinen Schriften nicht wie rothe Fäden,sondern wie schmutzige Stricke auffallend sichtbar geworden.
Heine war eben ein unglücklicher Mensch. Durch sein zügel-und gesetzloses Leben aufs Krankenbett geworfen, suchte er dieSchuld von sich abzuwälzen, verhöhnte und verspottete in cy-nischer Weise alle christlichen Grundlagen der Gesellschaft undgab sich die vergebliche Mühe, ein Moralgesetz ausfindig zumachen, in dessen weiten Rahmen er sein ganzes Lebensbildhätte hineinfügen können. Dieses eben so unglückliche als nutz-lose Streben mußte ihm seine letzten Tage verbittern.
Wir haben sein Leben und sein Sinnen hier bloßgelegt,um Eltern und Erzieher, wie Söhne und Töchter ehrbarer Fa-milien zu mahnen, sie mögen im Interesse ihrer Lebenskreise die