386 Heine und Consorten.
Wir bieten der Reklame Trutz,
Wir brauchen nicht sein Standbild,
Der Jud' war durch und durch nichts nutz,
Wir setzen uns kein Schandbild.
Wollt ihr schon den elenden TropfRecht nach Verdiensten loben,
So setzt aus Quark desselben KopsAuf einen Schweinekoben."
Wie sich in Preußen die Anschauung der Heineschen Poesieund die Stimmung hierüder in Richterkreisen kundgibt, ersehenwir aus folgender im November 1890 in verschiedenen Blätterncursirenden Notiz:
„Ein Gedicht Heines. Ueber das Schicksal eines Gedichtesdes frivolen jüdischen Dichters Heine wird aus Magdeburg ge-schrieben: Wegen des Abdruckes des Heine'schen Weberliedes inder „Volksstimme" ist gegen den Redakteur ein Strafver-fahren wegen Gotteslästerung und Majestätsbeleidi-gung eingeleitet worden."
157. Viele Juden mit und viele Misten ohne Begeisterung für Keine.
Keine als Wagiator.
Wir wollen die Leser noch mit einigem Geschmuse bekanntmachen, welches bei Gelegenheit des Monumentprojektes fürHeine verlautbar geworden ist. Die Heineanbeter zappeltenschon im prophetischen Geiste voll Freuden um das Monumentherum, sie nannten in ihrer exorbitanten Phantasie die Errichtungdieses Denkmals „das Abzahlen einer Ehrenschuld vonSeite der deutschen Nation". Der Handelsmann L. Fulddegradirte das „Magazin für Literatur des In- und Aus-landes" zu einer Trödelbude, indem er daselbst wie alte Hosenund durchgetretene Stiefel seine abgebrauchten Aufklärungs-phrasen unterzubringen sucht. Fuld mauschelt:
„Obscurantismus und Zionswächterei feiern wieder einmalim neuen Reiche Orgien und Saturnalien, welche im ZeitalterDarwins kaum für möglich gehalten werden sollten. Der Zelo-tismus und die theologische Verbissenheit führen wieder einenHexensabbath auf, der uns lebhaft an die Zeiten erinnert, in welchenall majorem Osi gloriam Giordano Bruno den Scheiterhaufen be-steigen mußte."