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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
350
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350 Heine und Consorten.

Am 1, October 1828 schreibt Heine an Schenk, er erwartetin Florenz mit Ungeduld das Anstellungsdekret, er wollte Ge-wißheit haben. — Er schreibt an den Attaches der russischenGesandtschaft in München, seinen Freund Tjutschef, er soll ihmvon dem königlichen Dekret Kenntniß geben, den Schenk überdie Angelegenheit ausforschen.

„Sie wissen, wie sehr ich Schenk liebe, wie sehr ichvon seinem Wohlwollen gegen mich überzeugt bin, er ist mehrnoch eine große Seele, als ein großer Dichter, er kennt seinePflichten gegen Pairs des Talentes; er weiß, daß die Nach-welt ihn mit Rücksicht hierauf beurtheilen wird, aber er ist beialledem ein Staatsmann."

Strodtmann meint sehr gutmüthig:

„Durch welcherlei Gründe König Ludwig veranlaßt ward, diein Aussicht gestellte Unterzeichnung des Erncnnungsdekretes Heineszum Professor an der Münchener Universität schließlich doch zuverweigern, ist niemals bestimmt aufgeklärt worden. Sehr möglich,daß besonders der Kostenpunkt den Stein des Anstoßes abgab, beidem der König oft zur Unzeit knauserte. Eben so möglich auch,daß, wie Heine annahm (Bd. XII, S. 50), die Einflüsterungen derPfaffenpartei, vor deren Ränken ihn Börne gewarnt und die all-mählich schon eine unheilvolle Macht über den König gewann, ihmin der Gnnst des Monarchen geschadet, und die wohlmeinendeAbsicht Schenks vereitelt haben."

Derlei sehr wohlmeinende Vermuthungen stellt Strodtmannmehrere an. Warum hat er sich denn in München nicht inKreisen erkundigt, denen die Stimmung über Heine noch inder Tradition bekannt gewesen ist?

Dem Heine war der Ruf der Schmähsucht, des ätzendenHohnes, der Rücksichtslosigkeit, des Schimpfens überden Adel, das jüdische Herunterreißen aller Stände undaller Leute, die durch ihr Dasein schon seinen Hochmuthbeleidigt, dann auch noch seine totale Unfähigkeit, in einerwissenschaftlichen Form thatig zu sein, seine Unverträglichkeit,seine entschiedene, hundertfach erprobte Charakterlosigkeit — miteinem Wort: der Ruf seiner Niederträchtigkeit derartig

^ Welch ein erhebendes Gefühl für Schenk, wenn die Nachwelt demSchenk nachsagen kann, der selbige habe dem Heine zu einer An-stellung verHolsen. Was für eine maßlose Eitelkeit und Selbstüber-schätzung von Seite des Stellenjägers! Uebrigens war der ganze Briefzum Herzeigen (ostensibel) für Schenk berechnet.