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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
344
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344 Heine und Consorten.

Grätz hat schon Recht gehabt, als er die beiden Gutedel alswahre Befolger des Talmud für sich und seine Leute in Be-schlag genommen!

Strodtmann (I, 546):

„In München sah Heine „ziemlich hochinüthig" auf die jungenMaler herab, über deren Bestrebungen er sich manchen boshaftenWitz erlaubte." „Eines Tages wollte er ihnen sogar ernsthaft dieInferiorität ihrer Kunst im Vergleich mit der Dichtkunst beweisen.„Ein Lied, eine Tragödie wirkt unmittelbar auf die Herzen derMenge," so lautete seine wunderliche Deduktion, „Ihr dagegenbedürft des fremden Vermittlers, eure großen historischen Bilderund Allegorien sprechen nur wenige auserlesene Kunstkenner an,und euer Ruhm liegt in den Händen des Schriftstellers, der eureIntentionen erst dem Publikum klar macheu," die Hieroglyphen-ichrift eures Pinsels aller Welt deuten muß." Ein muthwilligesGelächter unterbrach den Redner. Während dieser die Abhängig-keit des Malerruhms von der wohlwollenden Commentirung desSchriftstellers behauptete, hatte ein begabter Kunstjünger schweigendeine unbarmherzige Karikatur Heines auf ein Blatt Papier ge-zeichnet und hielt die Skizze jetzt triumphirend empor. Mit ärger-licher Verlegenheit betrachtete Heine dies schlagende Argument,daß dem Maler doch unter Umständen auch einige Macht über denDichter gegeben sei, und er hütete sich in Zukunft, durch so thörichtcAeußerungen eine selbständige Schwesterkunst herabzuwürdigen."

Dem Leser muß es doch nahe liegen, wie in diesen Ur-theilen Heines Arroganz und Unwissenheit sich die Händereichen.

Die Großmeister der Kunst im 15. und 16. Jahrhundert,die Giotto, Fiesole (den Heine sehr witzig Viehesel nennt),Perugino, Raphael, Mantegna, Michel Angelo, Lucas Cranach,Dürer, Leonardo da Vinci u. s. w., u. s. w. sind also garnicht verstanden worden und haben keine Anerkennunggefunden, weil die Werke derselben durch die Herren Pim-peles und Pampeles, Zimpeles und Zampeles und durch dasganze Corps moderner Schornalisten nicht vermittelt wordensind! — Nun, der junge Maler, der dem Heine seine Kari-katur vorhielt, lieferte ihm den Beweis, daß der grinsende Hohnund die Arroganz, welche der Künstler in derselben lebendig zur

" Die „Schornalisten" in Großstädten sind ganz derselben Meinungmit Heine, nur verlangen sie auch von ven Künstlern einen Tributfür das Klarmachen der Intentionen. Ein Goy, welcher nicht zahlen willoder kann, der wird ignorirt oder herabgerissen.