330 Heine und Consorten.
Zu aller aristokratisch angehauchten Prahlerei wird das alteHaus auch noch mit einer Kammerfrau dekorirt, denn „Stuben-mädchen" das wäre doch gar zu ordinär!
„Schabbesgoje" klingt gemein,
„Kammerfrau" klingt stolz und fein,
Flausen machen, überschätzen,
Unsinn ohne Ende schwätzen,
Selbst der Mama schöne Hände
Sind gepriesen ohne Ende:
Boll Parfüm und aromatisch
Seh'n sie aus aristokratisch,
Auch die Nägel sind gestutzt,
Fein geformt und rein geputzt.
Gewaltig ist die Poesie
Und meisterhaft ist das Genie,
Das es versteht, im eitlen Prahlen
Ein ganzes Venusbild zu malen!
Wie schön die Ahnfrau ist gewesen,
Gibt uns die Enkelin zu lesen,
Gelegenheit gibt auch zu Witzen
Der feine Schlafrock, voll von Spitzen,
Kurz, eine Schönheit, kaum zu denken,
Man könnte sich den Hals verrenken.
Das sind doch übertrieb'ne Sachen,
Es liefert einen Stoff zum Lachen,
Wenn man ein altes Ghettohaus
So überschwenglich streicht heraus.
Das kommt von dem verschrob'nen Sinn
Der exaltirten Enkelin,
Jedoch, es glaube dann wer will
Die Prahlerei der psUts Ms.
lZ4. Keines letzte Hage von der fürstlichen Nichte geschildert.Tin kräftiger Zudenssnch gegen alle Elenden, welche Keines Gerdiensteschmälern wecken.
Ueber Heines letzte Tage heißt es S. 132:
„Bis zum letzten Augenblicke seines Lebens kamen die Leuteans weiter Ferne, ihn zu besuchen. Er empfing sie wohlwollend