Heine und Consorten, 273
Heine proklamirt! Als ob dieser sogenannte Gott-werdungsproceß nicht schon vor Heine in hundert Büchernund Broschüren als Hypothese, als Phrasendunst vorfind-lich gewesen wäre. Heine betet das alte Geleier nach,und Heine will „auf jeden Fall die Gottheit retten". Nunist diese Gottheit wahrhaftig von Herzen zu bedauern,wenn sie kein besseres Subjekt zur Handhabung ihresRettungsapparates hervorgebracht hat, als einen in philo-sophischen und theologischen Fragen talmudisch schmusendenJongleur!
Der Pantheismus paßte dem Heine in sein System derMoral, im Pantheismus gibt es keine Sünde und ist keineSühnung nöthig, da kann Jeder handeln, wie er will, gutund böse sind eben nur verschiedene Erscheinungsformen immenschlichen Dasein und Verkehr; wie Gott und Mensch reindasselbe ist, so ist auch gut und böse dasselbe — es gehtauf Eins hinaus.
Die Menschwerdung Gottes dünkt ihm eine Fabel! DenHaß gegen den in die Menschheit eingegangenen Logos hat ergetreulich aus dem Talmud beibehalten und bewahrt. DieAnforderungen des Gottmenschen in Beziehung auf Sittlich-keit. auf den Verkehr mit den Nebenmenschen, die Pflichten,welche der Christ zu erfüllen hat — das ist der Haken imHerzen Heines, der ihn beständig schmerzt und foltert.
NX!. Keine für Spinoza.
Kröteugift gegen die Lehrsätze des Khrijlenthums. Mennt den Klerusdie „heiligen Damppre des Wittelalters" und ignorirt die unheiligenFiampyre, welche das Khrijlengeld aufsaugen.
In seinem Buche „Vv l'^IlömuAus" schon hat Heine denSaint-Simonismus vertreten (Strodtmann, II. 85). Heineführt die pantheistische Weltanschauung auf Spinoza zurück (alsob sie nicht schon bei den Indern und Griechen dagewesenwäre — aber Spinoza war Jude), erklärt sie für die ver-borgene Religion Deutschlands,
„welche durch das Christenthum wohl aus eine Zeit langzurückgedrängt, aber nie gänzlich besiegt worden ist."
Brnnncr, Zwei Buschmänner. 18