Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
231
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Heine und Consorten. 231

Wir haben gefastet zweitausend Jahr'

Ohne der Freiheit Speise,

Wir darbten in allen Reichen der WeltAuf der ewigen Judenreise.

Kennt ihr die kräftigsten Fluche der Welt?

Die Judenflüche sind es,

Sie fahren über's verfluchte Land

Wie Pcsthauch auf Flügeln des Windes.

Wir schicken die glühende SinnlichkeitEiner Judith den Feinden ins Lager,

Denn das frivole, halbnackte KindIst ein wahrer Kopfabschlager.

Wer einmal der Lust zur Beute fällt,

Den könnt ihr zu Allem haben.

Der muß als wie ein MühlenochsIn eurem Frohndienst traben.

Drum laßt die Fuchsenkoppel auslind treibt sie ins Feld der Philister,

Die brennenden Fackeln bindet daran;

So werden sie Saatenverwllster.

Denn Wollust und Aufruhr umschlinget ein Band;Der Lüsterne will ja genießen.

Wer dem brennenden Panther im Wege steht,

Wird von seinen Krallen zerrissen.

Drum streut die Lust hinaus unter's Volk,

Streut sie aus im klingenden Liede,

Und eine Saat wird dann sicher verbrannt:Des Herzens innerer Friede.

Ein Jeder hat Recht auf des Lebens Lust,

Man darf sie Keinem verwehren.

Zu diesem Wort müßt ihr vorerstDie armen Teufel bekehren.

Sagt nur: Laßt euch nicht iürder mehrAuf's ewige Leben vertrösten,

Denn irdische Zwiebel lassen sich schwerAm himmlischen Liebesherd rösten.

Wir haben ja Alle ein gleiches Recht,

Ein jegliches Gut zu genießen;

Wir sehen nicht ein, warum eben wirDie Narren der Reichen sein müssen.