Börne und Consortcn,
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89. Mc ^ersuche "Minnes, ^ kiclienswiirdig
zu schildern, welche wir, um einen günstigen ^indriuk für die armenVerfolgten zu hinterlassen, am ^Lnde liringen.
Wir wollen dem Leser den tragischen Eindruck, welchendie verbissene Feindschaft dieser beiden Nebenbuhler (Börne undHeine) hervorbringen muß (die nur im Kampfe gegen das gehaßteChristenthum sich geeinigt haben) ein wenig vermindern, undzwar durch einige zur Heiterkeit stimmende Berichte Börnes.
In III. S. 419 erzählt Börne Folgendes:
„Es trat einmal ein deutscher Freund noch spät Abendsmit lautem Lachen in mein Zimmer (zu Paris) und erzählte mir:er habe bei Lafitte zu Mittag gegessen, und unter den Fremdenwäre auch ein halbes Dutzend Frankfurter Bankiers gewesen,zur Hälfte christlichen, zur Hälfte jüdischen Glanbens. Lafitte dachteseinen Frankfurter Gästen keine größere Artigkeit erzeigen zukönnen, als wenn er sie alle neben einander setzte, und so kamdurch eine fürchterliche Erderschütteruug ein Frankfurter christ-licher Kaufmann neben einen jüdischen zu sitzen. Die Christenverloren alle Haltung, rutschten auf ihren Stuhlen unruhig hinund her, und bekamen Zuckungen in den Ellenbogen. Zuletzt aberbrach die auf Lebenszeit eingesperrte Artigkeit "gegen Juden inder Verzweiflung durch, und warf alles vor sich nieder. Der eineJude, ein neckischer Mensch, versuchte mehrere Male seinenchristlichen Nachbar zur Besinnung zu bringen, und ihn durch daseinfache Mittel, daß er ihn um den Schinkenteller bat, gelind zuerinnern, wer sie eigentlich beide untren und was sie unterscheide.Aber es half Alles nichts, die Christen in ihrem Taumel bliebenhöflich den ganzen Abend. Ja nach dem Essen nahm jeder seinenjüdischen Landsmann unter den Arm, ging mit ihm im Kaffeesaaleauf und ab, und erkundigte sich aus das Freundlichste nach demBefinden der „Kauzer und Restanten."
Diese rührende Geschichte läßt sich Börne von einem deutschenFreunde erzählen, und zwar spät Abends, weil die Geschichtegar so nnterhaltlich, interessant und lehrreich (für Christen) ist)und der Freund tritt „mit lautem Lachen" bei Börne ein, weildie Geschichte gar so unendlich komisch ist. Zuerst sind die GästeBankiers, sechs Zeilen später Kaufleute, und der Restaurateurin Paris kümmert sich darum, woher seine Gäste sind, undist so blitzdumm und unpariserisch, daß er nicht weiß, derWirth soll die Gäste sich ihre Tischgesellschaft selber wählenlassen, und übersieht auch ganz und gar, daß drei von ihnen