Börne und Consorten. 199
Wenn nun Heine seine echte Talmudwuth am Christenthumausgelassen, da kann man versichert sein, daß ein prasselndesFeuerwerk von Judenverherrlichung in einigen Seiten späternachfolgt.
S. 306 heißt es:
„In der That, die Juden sind ans jenem Teige, ausdem man Götter knetet, tritt man sie heute mit Füßen, fälltman morgen vor ihnen auf die Kniee, während die einen sich imschäbigsten Kothe des Schachers herumwühlen, ersteigen die andernden höchsten Gipfel der Menschheit, und Golgatha ist nicht dereinzige Berg, wo ein jüdischer Gott für das Heil der Menschheitgeblutet. Die Juden sind das Volk des Geistes, und jedesmal,wenn sie zu ihrem Princip zurückkehren, sind sie groß undberrlich und beschämen und überwinden ihre plumpenDränger ldie blöden Goyim). Der tiefsinnige Rosenkranz ver-gleicht sie mit dem Riesen Antäns, nur daß dieser jedesmal er-starkte, wenn er die Erde berührte, jene aber, die Juden, neueKraft gewinnen, sobald sie wieder mit dem Himmel in Berührungkommen. Merkwürdige Erscheinung der grellsten Extreme! Währendunter diesen Atenschen alle möglichen Fratzenbilder der Gemein-heit gefunden werden, findet man unter ihnen noch die Idealedes reinsten Menschenthnms, und wie sie die Welt in neue Bahnendes Fortschrittes geleitet, so hat die Welt vielleicht noch weitereInitiationen von ihnen zu erwarten."
Seit Heine diese freudigen Erwartungen geschrieben, ist einhalbes Jahrhundert vergangen. Was die Christen von denJuden zu erwarten haben, das ist seither so ziemlich offenbarworden, was aber die Juden von den Christen zu er-warten haben, das können wir nicht wissen, aber es wirdallem Anscheine nach auch offenbar werden.
Was Juden selbst mitunter von einander zu erwartenhaben, das zeigt Heine am Ende seines Buches, wo er unseigentlich mit der Ursache des Anfanges dieses Buches überBörne bekannt macht. Diese ganze Mache: Heine überBörne spitzt sich zu in eine Vertheidigung Heines gegen dieBeschuldigung Börnes, er, der Heine, sei bestechlich ge-wesen und er sei bestochen worden.
S. 343 spricht sich Heines arger Verdruß unverhohlenaus; was er früher öfter nur verblümt angedeutet, kommtjetzt in nackten Worten zum Vorschein:
„In den Pariser Briefen und den erwähnten Artikeln desReformatenrs wird bereits von meinem charakterlosen Poetenthnm