Börne und Eonsorten. 195
welche das Volk so mißhandelten, nnd gegen den Bundestag. - . .Und ich glaube, er hätte bis zum Morgen in diesem Zuge fort-geredet, wenn ich nicht plötzlich nach langem Schweigen in dieWorte ausbrach: „Sind Sie Gemeindeversorger?"
Ueber Börnes Tod sagt Heine S. 258:
„So vergingen mehrere Jahre, ich verlor den Mann auchgeistig aus dem Gesicht, selbst von jenen Artikeln, die er in fran-zösischen Zeitungen gegen mich schrieb, und die im ehrlichen Deutsch-land so verläumderisch ausgebeutet wurden, nahm ich wenigNotiz, als ich eines späten Herbstabends die Nachricht erhielt,Börne sei gestorben." —
„Ich habe seinem Begräbniß nicht beigewohnt, was unserehiesigen Correspondenzler nicht ermangelten nach Deutschland zuberichten, nnd was zu bösen Auslegungen Gelegenheit gab. Nichtsist aber thörichter, als in jenem Umstände, der rein zufällig seinkonnte, eine feindselige Härte zu erblicken. Die Thoren, sie wissennicht, daß es kein angenehmeres Geschäft gibt, als dem Leichen-begängnisse eines Feindes beizuwohnen."
„Ich war nie Börnes Freund, und ich war auch nieiein Feind Der Unmuth, den er manchmal in mir erregenkonnte, war nie bedeutend, und er büßte dafür hinlänglich durchdas kalte Schweigen, das ich all seinen Verketzerungen und Nuckenentgegensetzte. Ich Hab', während er lebte, auch keine Zeile gegenihn geschrieben, ich ignorirte ihn komplet und das ärgerte ihnüber die Maßen." — —
S. 284 sucht Heine den Börne der Hinneigung zum Ka-tholicismus zu beschuldigen, was 1840 bei dem alten Frank-reich und jungen Deutschland als das größte Verbrechengalt. Durch diese Beschuldigung wollte er den Börne offenbartotal vernichten.
Börne hatte La Menais' „karolos ä'nn oroz-ant" ins Deutscheübersetzt und in den „Reformateur" und die „Balance" Auf-sätze geschrieben:
„Merkwürdige Urkunden seines Geistes, wo sich ein Ver-zagen, ein Verzweifeln an protestantischer Vernnnftsantorität garbedenklich offenbart, und das erkrankte Geniüth in katholische An-schauungen hinüberschmachtet." —
Was Börne vom Christenthum überhaupt gehalten, dashat er in der bitteren Reue um die drei Napoleonsd'or aus-gesprochen, die er dem Pfarrer als ein Geschenk bei Gelegenheitder Taufe verehrt. Er hat nie dem Christenthum (auch inder protestantischen Form) das Wort geredet, sondern immer
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